XVIII.
Acht Tage und acht Nächte hindurch blieb Frau von Cambes, nachdem ſie die furchtbare Kunde vernommen, wie im Wahnſinn in dem Bette, in das man ſie ohnmäch⸗ tig gebracht hatte.
Ihre Frauen wachten an ihrem Lager, Pompée aber bewachte die Thüre; nur der alte Diener allein vermochte, an dem Bette ſeiner unglücklichen Gebieterin niederknieend, einen Funken Vernunft in ihr zu erwecken.
Zahlreiche Beſuche belagerten dieſe Thüre; aber ſtreng wie ein alter Soldat ſich an die Vorſchrift haltend, ver⸗ theidigte der treue Stallmeiſter muthig den Eingang, ein⸗ mal in der Ueberzeugung, daß jeder Beſuch ſeiner Herrin läſtig ſein müßte, und dann auf Befehl des Arztes, der vor einer zu ſtarken Bewegung für Frau von Cambes bange hatte.
Jeden Morgen erſchien Lenet an der Thüre der ar⸗ men jungen Frau, aber Lenet wurde eben 8 wenig als die Anderen angenommen. Die Frau Prinzeſſin ſelbſt kam mit einem großen Gefolge, als ſie eines Tags die Mutter des armen Richon beſucht hatte, welche in einer Vorſtadt von Bordeaur wohnte. Abgeſehen von der Theil⸗ nahme, welche Frau von Condé für die Vicomteſſe onte, war es ihr Zweck, eine völlige Unparteilichkeit zur Schau
zu ſtellen.


