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hatte, hängen ließ, nicht verfehlen, auch ihn hängen zu laſſen, dem ſie wohl etwas vorwerfen könnte, und ſeine Sendung, in der Beziehung erfüllt, daß Canolles vielleicht gerettet wäre, wärde dadurch mißglücken, daß man ihn henkte... Er beeilte ſich daher, mit einem von ſeinen Soldaten die Kleider zu wechſeln, ließ Barrabas, welcher der Frau Prinzeſſin weniger bekannt war, als er, ſein ſchoͤnſtes Gewand anziehen, nahm ihn mit ſich und jagte auf der Straße nach Bordeaur fort. Eines beunruhigte ihn jedoch: der Inhalt des Briefes, welchen er bei ſich trug, und den ſeine Schweſter mit ſo großem Vertrauen ge⸗ ſchrieben hatte, daß man ihn ihrer Meinung nach nur der Prinzeſſin zu übergeben brauchte, damit Canolles gerettet wäre; dieſe Unruhe nahm dergeſtalt zu, daß er ganz ein⸗ fach den Brief zu leſen beſchloß, wobei er ſich ſelbſt die Bemerkung machte, ein guter Unterhändler könnte in ſeiner Negociaton nicht ſiegen, wenn er nicht ganz mit der An⸗ gelegenheit, mit der man ihn beauftragt, bekannt wäre,.... und dann ſündigte Cauvignac allerdings nicht aus einem übertriebenen Zutrauen zu ſeiner Verwandtin, und Nanon, obgleich ſie ſeine Schweſter war und gerade weil ſie ſeine Schweſter war, konnte wohl gegen ihren Bruder, einmal wegen des Abenteuers in Jaulnay, und dann wegen ſeiner unerwarteten Entweichung aus dem Schloſſe Trompette ei⸗ nen Groll hegen und, die Rolle des Zufalls ſpielend, Alles wieder an ſeine Stelle bringen, was nur eine ein⸗ fache Familien⸗Ueberlieferung geweſen wäre.
Cauvignac öffnete leicht den Brief, der mit einem Wachsſiegel verſchloſſen war, und wurde von einem ſeltſamen, ſchmerzlichen Eindrucke ergriffen, als er denſelben las:
Nanon ſchrieb Folgendes:
„Frau Prinzeſſin, es bedarf eines Sühnopfers für den unglücklichen Richon: nehmt keinen Unſchuldigen, nehmt die wahre Schuldige; Herr von Canolles ſoll nicht ſter⸗ ben, denn Herrn von Canolles toͤdten, hieße einen Mord
durch einen andern Mord rächen. In dem Augenblick, o


