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viel Ihr Euerer ſeid, wenn Einer der Euerigen am Galgen ſterben müßte.“
„Mein Herr, der König hat Richon hängen laſſen!“
„Richon war ein braver Soldat, ſo edel dem Herzen nach, als irgend ein Menſch auf dieſer Welt; aber er war nicht adelig ſeiner Geburt nach; ich bin dies...
„Ihr vergeßt, daß es ſich hier um Repreſſalien han⸗ delt,“ ſagte der Herzog:„man würde Euch hängen, ſelbſt wenn Ihr ein Prinz von Geblüt wäret.“
Mit einer unüberlegten Bewegung ſuchte Canolles ſeinen Degen an ſeiner Seite, als er ihn aber nicht fand, gewann das Gefühl ſeiner Lage wieder ſeine ganze Kraft, ſein Zorn verſchwand, und er begriff, daß ſein Ueberge⸗ wicht gerade in ſeiner Schwäche lag.
„Herr Philoſoph,“ ſagte er,„wehe denen, welche Repreſſalien gebrauchen, und zweimal wehe denen, welche, wenn ſie dieſelben gebrauchen, der Menſchlichkeit kein Ge⸗ hoͤr ſchenken! Ich verlangte nicht Gnade, ich verlangte Gerechtigkeit. Es gibt Menſchen, welche mich lieben, mein Herr, ich lege auf dieſes Wort einen beſonderen Nach⸗ druck, weil es Euch, wie ich wohl weiß, nicht bekannt iſt, daß man lieben kann. In das Herz dieſer Menſchen werdet Ihr für immer, mit der Erinnerung an meinen Tod, das gemeine Bild des Galgens einprägen. Ich bitte Euch, einen Schwertſtreich, eine Musketenkugel; gebt mir Eueren Dolch, daß ich ihn mir ſelbſt in die Bruſt ſtoße,
und dann henkt meinen Leichnam, wenn es Euch Ver⸗
gnügen macht.“—
„Richon iſt lebendig gehenkt worden,“ erwiederte kalt der Herzog.
„Es iſt gut. Doch höret mich: eines Tags wird Euch ein furchtbares Unglück treffen; eines Tags werdet Ihr Euch erinnern, daß dieſes Unglück der Himmel als Strafe über Euch verhängt; ich meines Theils ſterbe mit der Ueberzeugung, daß mein Tod Euer Werk iſt.“
Und ganz bebend, ganz bleich, aber voll Muth und


