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Staatsſtreich auszuführen im Begriffe iſt; ſtören wir ihn nicht wegen ſolcher Kleinigkeiten....“
Der Herzog erwiederte nichts, aber an ſeinen zu⸗ ſammengepreßten Lippen, an ſeinem ironiſchen Blicke ſah man, daß der Pfeil getroffen hatte. Mittlerweile wurde der Marſch fortgeſetzt, und Canolles befand ſich nun eben⸗ falls am Eingange der Eſplanade; in der Ferne, das heißt am andern Ende des Platzes, ſah man die gedrängte Menge und den weiten Kreis, welchen die glänzenden Musketenläufe bildeten; in der Mitte erhob ſich etwas Schwarzes, Ungeſtaltes, was Canolles in der Finſterniß zu erkennen nicht bemüht war, denn er glaubte, es wäre ein gewöhnliches Schaffot; aber zum Mittelpunkte des Platzes gelangend, beleuchteten die Fackeln plötzlich dieſen Anfangs unkenntlichen ſchwarzen Gegenſtand und hoben die furchtbare Silhouette eines Galgens hervor.
„Ein Galgen!“ rief Canolles ſtille ſtehend und die Hand nach der Maſchine ausſtreckend.„Iſt es nicht ein Galgen, was ich dort ſehe, Herr Herzog?“
„In der That, Ihr täuſcht Euch nicht,“ antwortete dieſer mit kaltem Tone.
Die Röthe der Entrüſtung färbte die Stirne des jungen Mannes, er ſchob die zwei Soldaten, welche an ſeinen Seiten gingen, zurück, befand ſich mit einem Sprunge vor Herrn von Larochefoucault und rief:
„Mein Herr, vergeßt Ihr, daß ich Edelmann bin? Alle Welt weiß und dem Henker ſelbſt iſt es nicht unbe⸗ kannt, daß ein Edelmann darauf Anſpruch zu machen hat, daß man ihm den Kopf abhaut.“
„Mein Herr, es gibt Umſtände...“
„Mein Herr, nicht in meinem Namen ſpreche ich zu Euch, ſondern im Namen des ganzen Adels, bei welchem Ihr einen ſo hohen Rang einnehmt, Ihr, der Ihr Prinz, der Ihr Herzog ſeid; es wäre eine Schmach, nicht fur mich, der ich unſchuldig bin, ſondern fur Euch Alle, ſo


