Teil eines Werkes 
Der Frauenkrieg : 7.-8. Bändchen (1846)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

28

wohl, Bordeaur iſt keine royaliſtiſche Stadt; das Schick⸗ ſal, das der Herr Generalanwalt ohne Euch erlitten ha⸗ ben dürfte, möge Euch zur Ueberlegung bringen!

Gut, dachte Canolles,ſie iſt eiferſüchtig. Ich habe alſo, was ſie auch ſagen mag, Recht gehabt, heute und geſtern zu Herrn Lavie zu gehen.

III.

Es iſt nicht zu leugnen, Canolles hatte ſeit ſeiner Ankunft in Bordeaux alle Qualen der unglücklichen Liebe durchgemacht. Er hatte die Vicomteſſe umſchmeichelt, von Anbetern umgeben geſehen, ohne ſich ihr huldigend nähern zu dürfen, und zum Troſte war ihm nicht mehr, als im Vorübergehen ein von Claire den Forſchungen der Läſterſüchtigen entzogener geheimer Blick zu Theil gewor⸗ den. Nach der Scene in dem unterirdiſchen Gewölbe, nach den glühenden Worten, die zwiſchen ihm und der Vicomteſſe in dieſem äußerſten Augenblick ausgetauſcht worden waren, ſchien ihm der Stand der Dinge nicht mehr Lauheit, ſondern Eis. Da aber Canolles im Grunde dieſer Kälte fühlte, daß er wahrhaft und tief geliebt wurde, ſo hatte er den Entſchluß gefaßt, der Unglücklichſte der glücklichen Liebhaber zu ſein. Die Sache war im Ganzen leicht. In Folge des Wortes, das er hatte geben müſſen, keine Correſpondenz mit Außen zu unterhalten, war Na⸗ non von ihm in den kleinen Winkel des Gewiſſens, be⸗ ſtimmt für Liebesvorwürfe, verbannt worden; da er nun keine Kunde von der jungen Frau hatte und ſich folg⸗

lich den Aerger erſparte, den der Buchſtabe, das heißt, die fühlbare Erinnerung an die Frau, der man untren