Teil eines Werkes 
Der Frauenkrieg : 7.-8. Bändchen (1846)
Entstehung
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iſt, immer verurſacht, ſo waren dieſe Vorwurfe durchaus nicht ünerträglich für ihn.

Zuweilen jedoch, in dem Augenblick, wo das freu⸗ digſte Lächeln das Antlitz des jungen Mannes erleuchtete, in dem Augenblick, wo ſich ſeine Stimme in den witzigſten, luſtigſten Worten hörbar machte, zog eine Wolke über ſeine Stirne und ein Seufzer drang, wenn nicht aus ſeinem Herzen, doch aus ſeinen Lippen hervor. Dieſer Seufzer galt Nanon; dieſe Wolke war die Erinnerung an vergangene Zeiten, welche ihren Schatten auf die Gegen⸗ wart warf.

Frau von Cambes bemerkte dieſe Sekunden der Trau⸗ rigkeit. Ihr Auge durchforſchte alle Tiefen des Herzens von Canolles, und ſie bedachte, daß ſie Canolles nicht ganz allein ſich ſelbſt überlaſſen konnte. Zwiſchen einer alten Liebe, welche noch nicht ganz erloſchen war, und ei⸗ ner neuen Leidenſchaft, deren Entſtehen völlig in den Grän⸗ zen der Möglichkeit lag, konnte ſich der Ueberſchuß des glühenden Saftes, der ſonſt durch militäriſche Beſchäfti⸗ gungen und durch die Vertretung eines hohen Poſtens verbraucht wurde, in ein der reinen Liebe, die ſie ihm einzuflößen ſuchte, entgegengeſetztes Element verwandeln. Sie wollte übrigens nur Zeit gewinnen, damit die Er⸗ innerung an ſo viele romanhafte Abenteuer, welche die Neugierde aller Höflinge wach erhalten hatten, verſchwin⸗ den moͤge. Vielleicht täuſchte ſich Frau von Cambes, vielleicht hätte ſie es ganz laut ihre Liebe geſtehend da⸗ hin gebracht, daß man ſich weniger oder minder lang damit beſchäftigt haben würde.

Derjenige aber, welcher mit ſchärferer Aufmerkſamkeit und mit mehr Erfolg als die Anderen die Fortſchritte dieſer geheimnißvollen Liebe verfolgte, war Lenet. Sein forſchendes Auge hatte ſeit einiger Zeit das Daſein die⸗ ſer Liebe wahrgenommen, ohne den Gegenſtand derſelben zu kennen; er hatte die Lage und die Stellung dieſer Liebe allerdings nicht genau errathen, er wußte nicht, ob ſie ein⸗