Teil eines Werkes 
Der Frauenkrieg : 7.-8. Bändchen (1846)
Entstehung
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zum Grade eines Regimentschef oder eines Brigadier zu erheben; wollt Ihr nun ausgetauſcht ſein 2

Meiner Treue, antwortete Canolles, Madame Lavie einen mörderiſchen Blick zuwerfend,ich ſchwoͤre Euch, es iſt mein größter Wunſch, daß die Königin nicht zu ſehr eile; ſie müßte mich gegen Geld oder gegen einen guten Militär austauſchen. Ich bin dieſe Ausgabe nicht werth und verdiene dieſe Ehre nicht. Ich werde warten, bis Ihre Majeſtät Bordeaux genommen hat, wo ich mich vortrefflich befinde; dann kann ſie mich umſonſt haben.

Madame Lavie lächelte anmuthreich.

Teufel, ſagte ihr Gatte,Ihr ſprecht lau von Eurer Freiheit, Baron.

Ei, warum ſoll ich mich dafür erwärmen? ent⸗ gegnete Canolles;glaubt Ihr, es ſei mir ſehr angenehm, wieder activen Dienſt zu nehmen, um mich täglich der Gefahr ausgeſetzt zu ſehen, einen von meinen Freunden zu todten?

Aber welches Leben führt Ihr hier? verſetzte der Generalanwalt;ein Leben unwürdig eines Mannes von Eurer Bedeutung. Ihr bleibt fremd jedem Rathe, jedem Unternehmen, und ſeid genöthigt, Andere der Sache dienen zu ſehen, der ſie angehören, während Ihr die Arme kreuzt. Ihr ſeid hier unnütz, machtlos, und dieſe Lage muß Euch drücken.

Canolles ſchaute Madame Lavie an, und dieſe ſchaute ihn ebenfalls an.

Nein, erwiederte Canolles,Ihr täuſcht Euch, ich langweile mich nicht im Geringſten. Ihr beſchäftigt

Euch mit Politik, was ſehr langweilig iſt, ich beſchäftige mich mit Liebe, was ſehr unterhaltend iſt. Ihr ſeid die Einen Diener der Königin, die Andern Diener der Prin⸗

zeſſin. Ich hänge mich nicht ansſchließlich an eine Ge⸗ bieterin, ich bin der Sklave aller Frauen.

Dieſe Antwort fand Anklang, und die Herrin des Hauſes drückte ihre Meinung durch ein Lächeln aus.