Teil eines Werkes 
Der Frauenkrieg : 7.-8. Bändchen (1846)
Entstehung
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neralanwalt Lavie zuzubringen, bei demſelben, der ſich dem Einzug der Frau Prinzeſſin hatte widerſetzen wollen und als Stütze der königlichen Herrſchaft beinahe eben ſo ſehr verhaßt war, als Herr von Epernon. Canolles, der immer mehr das Bedurfniß fühlte, ſich zu zerſtreuen, nahm die Einladung dankbar an und begab ſich um ſechs Uhr zu dem Generalanwalt.

Die Stunde mag unſern modernen Loͤwen ſeltſam vorkommen, aber Canolles entſprach aus zwei Gründen ſo frühzeitig der Einladung des Herrn Generalanwalts: ein⸗ mal ſpeiste man zu jener Zeit um zwolf Uhr zu Mittag und die Abendunterhaltungen begannen unendlich weniger ſpät; zweitens kehrte Canolles regelmäßig ſpäteſtens um halb zehn Uhr in das Schloß Trompette zurück, und er mußte daher, wenn er mehr als blos erſcheinen wollte,

unnter den Erſten ſich einfinden.

Als Canolles in den Salon trat, ſtieß er einen Freudenſchrei aus; Madame Lavie war niemand Anderes, als die reizende Brunette, der er am Morgen ſo artig Weihwaſſer gereicht hatte.

Canolles wurde in dem Salon des Generalanwalts als ein Royaliſt empfangen, der ſeine Probe abgelegt hat. Kaum fand die Vorſtellung ſtatt, als er ſich von Huldi⸗ gungen umgeben ſah, welche einen von den ſieben Weiſen Griechenlands zu betäuben im Stande geweſen wären. Man verglich ſeine Vertheidigung bei dem erſten Angriff mit der von Horatius Cocles, und ſeine Niederlage mit der Einnahme des durch die Liſt von Ulyſſes überwältigten rojaä.

Mein lieber Herr von Canolles, ſagte der General⸗ anwalt zu ihm,ich weiß von guter Hand, daß bei Hofe ſtark von Euch und der ſchönen Vertheidigung, die Euch mit Ruhm bedeckt hat, die Rede geweſen iſt; die Königin hat auch geſchworen, Euch, ſobald ſie könnte, auszuwech⸗ ſeln und Euch am Tage Eurer Rückkehr in ihren Dienſt