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ſchreibe ich Euch dieſe paar Worte, theuere Nanon, um Euch meiner Freundſchaft zu verſichern, an der Ihr mei⸗ nes Stillſchweigens wegen zweifeln könntet. Ich verlaſſe mich auf Euch, daß Ihr meine Ehre bei dem König und der Königin vertheidigen werdet.
„Baron von Canolles.“
In dieſen, wie man ſieht, ſehr ſanften Bedingungen, ließ ſich der Einfluß von Frau von Cambes erkennen.
Canolles brauchte fünf bis ſechs Tage, bis er mit allen Mahlen, mit allen Feſten zu Ende war, die ihm ſeine Freunde gaben; man traf ihn beſtändig mit Ravailly, welcher, den linken Arm in dem von Canolles und den rechten in der Binde, mit ihm ſpazieren ging; wenn die Trommel ertöͤnte und die Bordeleſen zu irgend einer Expe⸗ dition aufbrachen oder zu irgend einem Auſſtande eilten, war man ſicher, auf ihrem Wege Canolles zu ſehen, ent⸗ weder Ravailly am Arm oder allein, die Hände auf dem Rücken, neugierig, lächelnd, harmlos.
Seit ſeiner Ankunft hatte er indeſſen Frau von Cam⸗ bes nur ſelten geſehen und kaum ein paar Worte mit ihr ge⸗ ſprochen; es ſchien der Bicomteſſe zu genügen, daß er nicht mehr bei Nanon war, und ſie fühlte ſich glücklich, daß ſie ihn, wie ſie es geſagt hatte, bei ſich behalten konnte. Ca⸗ nolles ſchrieb ihr und beklagte ſich auf eine zarte Weiſe, und ſie ließ ihn in einigen Häuſern der Stadt durch die für das Auge unſichtbare, aber für das Herz fühlbare Protec⸗ tion der Frau empfangen, welche liebt, ohne errathen ſein zu wollen.
Noch mehr: Canolles erhielt durch die Vermittelung von Lenet die Erlaubniß, Frau von Condé ſeine Huldigung darzubringen, und der ſchöne Gefangene zeigte ſich hier zu⸗ weilen, coquettirend und die Frauen der Prinzeſſin um⸗
ſchwirrend.
„ Uebrigens ſchien kein Menſch weniger an den politi⸗ ſchen Angelegenheiten Theil zu nehmen, als Canolles; Fran von Cambes ſehen, ein paar Worte mit ihr wechſeln,


