Teil eines Werkes 
Der Frauenkrieg : 7.-8. Bändchen (1846)
Entstehung
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erwarteten, und durch die Nacht beängſtigt, hatten die Sol⸗ daten von Canolles den Muth verloren.

Canolles ſah, daß nichts mehr zu thun war.

Geht herein, ſagte er zu Vibrac,geht herein, und laßt Euere Leute ebenſalls hereingehen; wir verrammeln uns und ergeben uns nur, wenn ſie unſere Stellung im Sturme erobert haben.

Feuer! wiederholten zwei andere Stimmen, die von d'Eſpagnet und Larochefoucault.Erinnert Euch, daß Euere todten Kameraden Rache fordern. Feuer!

Und der Eiſenorkan pfiff abermals um Canolles, ohne ihn zu treffen, aber er decimirte zum zweiten Male ſeine kleine Truppe.

Zurück! rief Vibrac,zurück!

Friſch auf! ſchrie Ravailly;vorwärts! Freunde, vorwärts!

Die Feinde rückten vor; Canolles hielt mit höchſtens zehn Mann den Angriff aus; er hatte die Flinte eines tod⸗ ten Soldaten aufgehoben und bediente ſich derſelben als einer Keule.

Seine Gefährten zogen ſich zurück und er ſelbſt zog ſich zuletzt mit Vibrac in das Innere.

Beide ſtemmten ſich nun gegen die Thüre an; es ge⸗ lang ihnen, dieſelbe, trotz der Anſtrengungen des Feindes, zuzudrücken und mittelſt einer ungeheuren eiſernen Stange zu befeſtigen.

Die Fenſter waren vergittert.

Aerte, Hebeeiſen, Kanonen, wenn es ſein muß! rief die Stimme des Herzogs von Larochefoucault;wir müſſen ſie Alle haben, todt oder lebendig.

Ein furchtbares Feuer folgte auf dieſe Worte; mehre Kugeln durchlöcherten die Thüre, eine derſelben zerſchmet⸗ terte Vibrac den Schenkel.

Meiner Treue, Commandant, ſagte dieſer,ich habe meine Rechnung, ſucht nun die Euere in Ordnung zu bringen; das geht mich nichts mehr an.

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