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Canolles eilte nach dem Hofe. Unterwegs bemerkte er eine Schanzgräberart und ergriff dieſelbe.
Der Hof war voll von Feinden; ſechzig Soldaten der Garniſon verſuchten es, in einer Gruppe vereinigt die Thüre der Wohnung von Canolles zu vertheidigen. Ge⸗ ſchrei und Flintenſchüſſe von der Seite des Walles ver⸗ kündigten, daß man überall handgemein war.
„Der Commandant! der Commandant!“ riefen die Soldaten, ſobald ſte Canolles gewahr wurden.
„Jal ja!“ antwo ete dieſer,„der Commandant kommt, um mit ⸗Euch zu ſterben. Muth! Freunde! Muth! man hat Euch durch Verrath gefaßt, da man Euch nicht beſiegen konnte.“
„Alles iſt gut im Kriege,“ ſprach die ſpöttiſche Stimme von Ravailly, der, den Arm in der Binde, ſeine Leute anfeuerte, Canolles zu ergreifen.„Ergib Dich, Ca⸗ nolles, ergib Dich, und Du ſollſt eine gute Capitulation bekommen.“
„Ah! Du biſt es, Ravailly,“ rief Canolles.„Ich glaubte doch die Schuld der Freundſchaft an Dich abge⸗ tragen zu haben? Du biſt nicht zufrieden, warte..!“
Und Canolles ſprang fünf bis ſechs Schritte vor, und ſchleuderte die Art, welche er in der Hand hielt, mit ſol⸗ cher Gewalt nach Ravailly, daß ſie neben dem Kapitän von Navailles den Helm und den Hauſſe⸗col eines Bür⸗ gerofficiers ſpaltete, welcher todt niederſtürzte.
„Peſt!“ ſprach Ravailly,„ſo erwiederſt Du die Höf⸗ lichkeiten, die man Dir erzeigt? Ich ſollte übrigens an Deine Manieren gewoͤhnt ſein. Freunde, er iſt raſend, Feuer auf ihn! Feuer!“
Auf dieſen Befehl brach ein kräftiges Gewehrfeuer aus den feindlichen Reihen hervor, und fünf bis ſechs Mann fielen neben Canolles.
„Feuer!“ rief dieſer ebenfalls,„Feuer!“
Aber es antworteten kaum ein paar Musketenſchüſſe. In dem Augenblick überrumpelt„ wo ſie es am wenigſten Der Frauenkrieg. II. 2


