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zeigen,“ ſagte er zu dem Sergenten,„ſo fordere ſie zuerſt auf, ſich zurückzuziehen; weigern ſie ſich, ſo zünde die Lunte an und wälze das Faß fort; da der Gang abhängig iſt, ſo wird es mitten unter ihnen zerſpringen.“
Der Sergent nahm die Fackel; die zwei Soldaten blieben beleuchtet von dem röthlichen Reflexe hinter ihm ſtehen, während zu ihren Füßen das Pulverfaß lag.
Canolles ſtieg, wenigſtens von dieſer Seite beruhigt, wieder hinauf; aber in ſein Zimmer zurückkehrend, er⸗ blickte er Nanon, die ihm, da ſie ihn hatte vom Walle herabſteigen und in ſeine Wohnung gehen ſehen, gefolgt war, um Kunde zu erhalten. Erſchrocken ſchaute ſie die ihr unbekannte gähnende Oeffnung an.
„Ahl mein Gott,“ fragte ſie,„was bedeutet dieſe Thure?“
„Es iſt die des Ganges, durch welchen Du fliehen ſollſt, theuere Nanon.“
„Du haſt mir verſprochen, ich würde Dich nur im Falle eines Angriffs zu verlaſſen haben.“
„Und ich verſpreche es Dir abermals.“
„Alles ſcheint ruhig um die Inſel her, mein Freund.“
„Auch innerhalb des Fert ſcheint Alles ruhig, nicht wahr? Dennoch ſind zwanzig Schritte von uns ein Pul⸗ verfaß, ein Mann und eine Fackel. Näherte der Mann die Fackel dem Pulverfaß, ſo würde in einer Sekunde in dieſem ganzen Schloß kein Stein mehr auf dem andern bleiben. So iſt Alles ruhig, Nanon!“
Die junge Frau erbleichte.
„Ah! Ihr macht mich beben,“ rief ſie.
„Nanon,“ ſprach Canolles,„ruft Euere Frauen, ſie mögen mit Eueren Schmuckkäſtchen hierher kommen, Euern Kammerdiener, er komme mit Eurem Gelde. Vielleicht habe ich mich getäuſcht, vielleicht wird dieſe Nacht nichts vorfallen; aber gleichviel„ wir wollen uns bereit halten.“
„Wer da?“ rief die Stimme des Sergenten in dem unterirdiſchen Gewölbe.


