11
„So ſehr er ſich auch beeilen mag, Nanon, ſo wird er doch für uns zu ſpät kommen.“
„Was ſagt Ihr?“
„Ich ſage, daß Ihr, ſtatt Euch auf dieſen Karten und Papieren zu erhitzen, wohl daran thun würdet, an Mittel zur Flucht zu denken.“
„Fliehen! und warum?“
„Weil ich ſchlimme Kunde habe, Nanon. Eine neue Expedition bereitet ſich vor: dießmal kann ich unter⸗ liegen.“—
„Wohl, mein Freund, iſt es nicht abgemacht, daß Euer Geſchick das meinige, daß Euer Glück das meine iſt?2
„Nein, das kann nicht ſein; ich wäre zu ſchwach, wenn ich für Euch zu befürchten hätte. Wollten ſie Euch nicht in Agen im Feuer ſterben laſſen? Wollten ſie Euch nicht in den Fluß ſtürzen? Hoͤrt, Nanon, aus Mitleid für mich beſteht nicht darauf, hier zu bleiben, Euere Gegen⸗ wart würde mich irgend eine Feigheit begehen laſſen.“
„Mein Gott, Canolles, Ihr erſchreckt mich:“
„Nanon, ich flehe Euch an, ſchwört mir, wenn man mich angreift, das zu thun, was ich befehlen werde.“
„Ohl mein Gott, wozu ſoll dieſer Eid nützen?“
„Um mir die Kraft zum Leben zu geben. Nanon, wenn Ihr mir nicht blindlings zu gehorchen gelobt, ſo ſchwoͤre ich Euch, daß ich mich bei der nächſten Gelegen⸗ heit todten laſſe.“
„Ahl ich ſchwoͤre Euch bei unſerer Liebe, ich werde Alles thun, was Ihr wollt.“
„Gott ſei Dank! theuere Nanon, nun bin ich ruhig. Packt Eure koſtbarſten Juwelen zuſammen. Wo iſt Euer Gold 2
„In einem in Eiſen gebundenen Faß.“
„Haltet Alles bereit, damit man es mit Euch fort⸗ nehmen kann.“
„Oh! Canolles, Ihr wißt wohl, daß der wahre


