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ſie nicht, weil ſie heute geſcheitert find; ſie werden die vier Stunden noch einmal machen und den Krieg ſo oft wiederbeginnen, als es nothwendig ſein mag.“
„Ihr glaubt, ſie werden wiederbeginnen?“ fragte die Prinzeffin.—
„Ohl was das betrifft,“ ſprach Lenet,„ich bin es feſt überzeugt;„ſie lieben ihre Inſel zu ſehr, um ſie dem König zu überlaſſen.“
„Und wann werden ſie dieſelbe nehmen?“
„Ohne Zweifel eines Tags...“
„Wohl an dem Tage, an welchem ſie die Inſel genommen haben,“ rief die Prinzeſſin,„ſoll dieſer un⸗ verſchämte Canolles erſchoſſen werden, wenn er ſich nicht auf Gnade oder Ungnade ergibt.“
Claire fühlte, wie ein tödtlicher Schauer ihre Adern durchlief. 3
„Ihn erſchießen!“ ſagte der Herzog von Laroche⸗ foucault;„Teufel! wenn Euere Hoheit ſo das Kriegs⸗ handwerk treibt, ſo wünſche ich mir von Herzen Glück, daß ich zu der Zahl ihrer Freunde gehöre.“
„Dann mag er ſich ergeben.“
„Ich möchte wohl wiſſen, was Euere Hoheit ſagte, wenn ſich Richon ergeben würde?“
„Richon iſt nicht im Spiele, Herr Herzog, es iſt nicht von Richon die Rede. Man bringe mir einen Bürger, einen Juraten, kurz irgend Jemand, mit dem ich ſprechen kann, und der mir die Verſicherung gibt, daß dieſe Schmach nicht ohne Bitterkeit für diejenigen ſein wird, welche mir dieſelbe zugezogen haben.“
„Das kommt vortrefflich,“ verſetzte Lenet,„Herr d'Eſpagnet bittet eben um die Ehre, bei Euerer Hoheit eingeführt zu werden.“ 4 4.
„Laßt ihn eintreten,“ erwiederte die Prinzeſſin.
Während dieſes ganzen Geſpräches hatte das Herz von Claire bald geſchlagen, als wollte es die Bruſt erſprengen, bald war es zuſammengepreßt wie in ei⸗
nem Schraubſtocke; ſie ſagte ſich auch, die Bordeleſen
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