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„Glaubt Ihr, Richon wäre der Mann, der ſich ſchlagen ließe?“
„Warum nicht? ich habe mich auch ſchlagen laſ⸗ ſen! Wir müſſen darauf gefaßt ſein, den bittern Kelch bis auf die Hefe zu leeren; der Krieg iſt ein Spiel; früher oder ſpäter werden wir unſere Entſchädigung nehmen.“
„Das wäre nicht geſchehen, wenn man meinen Plan befolgt hätte,“ ſagte Frau von Tourville.
„Allerdings,“ ſprach die Prinzeſſin,„man will nie thun, was wir vorſchlagen, unter dem Vorwande, wir ſeien Frauen und verſtehen nichts vom Kriege. Die Männer handeln nach ihrem Kopf und laſſen ſich ſchlagen.“
„i, mein Gott! ja, Madame; aber das begeg⸗ net den beſten Generalen. Paulus Aemilius wurde bei Cannä, Pompejus bei Pharſalus und Attila bei Cha⸗ lons geſchlagen. Nur Alexander und Ihr, Frau von Tourville, ſind nie geſchlagen worden. Laßt Euern Plan hören.“. „Mein Plan, Herr Herzog,“ erwiederte Frau von Tourville mit ihrem trockenſten Tone,„beſtand darin, daß man regelmäßig belagere. Man wollte mich nicht hören und gab einem Handſtreich den Vorzug. Ihr ſeht den Erfolg.“
„Antwortet Frau von Tourville, Herr Lenet,“ ſagte der Herzog,„ich fühle mich nicht ſtark genug in der Strategie, um den Streit auszuhalten.“
„Madame,“ ſprach Lenet, deſſen Lippen ſich bis jetzt nur zu einem Lächeln geöffnet hatten,„gegen die von Euch beantragte Belagerung war einzuwenden, daß die Bordeleſen keine Soldaten, ſondern Bürger ſind; fie bedürfen des Abendbrodes zu Hauſe und des Nachtlagers im Ehebett. Eine regelmäßige Belage⸗ rung aber ſchließt eine Menge Bequemlichkeiten aus, an welche unſere braven Städter gewöhnt ſind. Sie belagerten daher Saint⸗George als Liebhaber; ſchmäht
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