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„Das hat ſich zugetragen, wie ſich alle Verſtöße im Spiel, in der Liebe, im Kriege zutragen; wir haben mit einem Feineren oder Stärkeren, als wir ſind, an⸗ gebunden.“
„Er iſt alſo tapfer, dieſer Herr von Canolles?“ fragte die Prinzeſſin.
Das Herz von Frau von Cambes zitterte vor Freude.
„Ei! mein Gott,“ erwiederte Larochefoucault die Achſeln zuckend,„tapfer wie Jedermann!.. nur hatte er, da er friſche Soldaten und gute Mauern beſaß und auf ſeiner Hut war, leichten Kauf mit unſern Borde⸗ leſen. Ahl Madamoe, beiläufig geſagt, was für trau⸗ rige Soldaten! ſie flohen beim zweiten Feuer.
„Und Navailles?“ rief Claire, ohne die Unklug⸗ heit dieſes Ausrufs wahrzunehmen.
„Madame,“ antwortete Larochefoucault,„der ganze Unterſchied zwiſchen Navailles und den Bürgern beſtand darin, daß die Bürger geflohen ſind und Navailles eine Wendung gemacht hat.“
„Nun fehlte uns nur noch, daß wir Vayres ver⸗ lieren würden!“
1„Ich ſage nicht nein,“ erwiederte Larochefoucault t
alt.
„Geſchlagen!“ wiederholte die Prinzeſſin mit dem Fuße ſtampfend,„geſchlagen von nichtsnutzigem Volk, befehligt von einem Herrn von Canolles! der Name iſt lächerlich.“
Claire erröthete bis unter das Weiße der Augen.
„Ihr findet dieſen Namen lächerlich, Madame,“ verſetzte der Herzog;„Herr von Mazarin findet ihn erhaben. Und ich möchte beinahe behaupten, daß er nicht allein dieſer Anſicht iſt,“ fügte er mit einem ra⸗ ſchen, durchdringenden Blick auf Claire bei.„Die Na⸗ men find wie die Farben, Madame,“ fuhr er mit ſei⸗ nem gallichten Lächeln fort,„es läßt ſich nicht darüber ſtreiten.“.
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