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Prinzeſſin, welche erwähnter Maßen bei dem Präfiden⸗ ten wohnte.
Frau von Condé erwartete an ihrem Fenſter die Rückkehr der Expedition. Geboren in einer Krieger⸗ familie, die Frau eines der größten Sieger der Welt,
erzogen in der Verachtung der verroſteten Waffen und des lächerlichen Aufzugs der Bürger, konnte ſie ſich einer unbeſtimmten Unruhe nicht erwehren, wenn ſie bedachte, daß ihre Parteigänger eine Armee von wah⸗ ren Soldaten bekämpfen ſollten. Drei Dinge beruhig⸗ ten ſie jedoch: einmal, daß Herr von Larochefoucault die Expedition befehligte; zweitens, daß das Regiment Navailles an der Spitze marſchirte; drittens, daß der Name Condé auf die Fahnen geſchrieben war. Aber durch einen leicht begreiflichen Contraſft war Alles, was der Prinzeſſin Hoffnung gewährte, Schmerz für Frau von Cambes; wie auch Alles, was der er⸗ habenen Dame Schmerz bereiten ſollte, ein Triumph für die Vicomteſſe werden mußte.
Der Herzog von Larochefoucault erſchien ganz ſtau⸗ big und blutig bei Frau von Condé. Der Aermel ſeines ſchwarzen Wammſes war offen und ſeine Hand mit Blut befleckt.
„Iſt es wahr, was man mir ſagt?“ rief die Prin⸗ zeſfin, dem Herzog entgegeneilend.
„Und was ſagt man, Madame?“ fragte der Her⸗ zog mit kaltem Tone.
„Man ſagt, Ihr wäret zurückgetrieben worden?“
„Man ſagt nicht genug, Madame; wir find, um die Wahrheit zu ſprechen, geſchlagen worden.“
„Geſchlagen!“ rief die Prinzeſſin erbleichend;„ge⸗ ſchlagen, das iſt nicht möglich!“
„Geſchlagen,“ murmelte die Vicomteſſe,„geſchla⸗ gen von Herrn von Canolles!“ 3.
„Und wie hat ſich das zugetragen?“ fragte Frau von Condé mit einem ſtolzen, ihre tiefe Entrüſtung verrathenden Tone.


