Teil eines Werkes 
Der Frauenkrieg : 4.-6. Bändchen (1846)
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wenn ſie in ihren ſchwarzen Falten ein blutiges Ge⸗ heimniß verbirgt.

Canolles hatte ſich an das Ende der Eſplanade geſtellt; er beherrſchte den Lauf des Fluſſes und ſeine zwei Ufer. Kein Mond: ein Wolkenſchleier zog ſchwer⸗ fällig am Himmel hin. Unmöglich, geſehen zu werden, aber auch beinahe unmöglich, zu ſehen.

Um Mitternacht kam es ihm vor, als gewahrte er, wie dunkle Maſſen auf dem linken Ufer ſich bewegten und rieſige Formen auf dem Fluſſe hinglitten. Uebrigens war kein Geräuſch zu bemerken, als das des Windes, der durch die Blätter der Bäume wehklagte.

Dieſe Maſſen hielten an, dieſe Formen blieben in der Entfernung ſtille ſtehen. Canolles glaubte, er hätte ſich getäuſcht, verdoppelte jedoch ſeine Wach⸗ ſamkeit; ſeine glühenden Augen durchdrangen die Finſter⸗ niß, ſein unabläßig geſpanntes Ohr faßte das geringſte Geräuſch auf.

Die Glocke der Feſtung ſchlug drei Uhr und der Schall verlor ſich langſam und düſter in der Nacht. Canolles fing an zu glauben, er habe eine falſche Nachricht erhalten, und war im Begriff, ſich zurückzu⸗ ziehen, als plötzlich der Lieutenant Vibrac, der ſich in ſeiner Nähe befand, eine Hand auf ſeine Schul⸗ ter legte und mit der andern nach dem Fluſſe deutete..

Ja, ja! ſagte Canolles,ſie find es; vorwärts, wir werden durch das Warten nichts verloren haben. Weckt die Leute, welche ſchlafen; ſie ſollen ihren Po⸗ ſten hinter der Mauer nehmen. Nicht wahr, Ihr habt ihnen geſagt, daß ich den Erſten, welcher Feuer gibt, erſchießen laſſe 2

a. Wohl, ſo ſagt es Ihnen zum zweiten Male. Man ſah wirklich bei dem erſten Schimmer

Tags lange Barken, beladen mit Menſchen, welche lachten und leiſe plauderten, herannahen, während man