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Miene der Wahrheit, wodurch ſie ſich hintergehen laſ⸗ ſen, weil ſie nicht geheuchelt iſt, ſchwören, daß wir auf beiden Ohren ſchlafen.“
„Ahl ſehr gut.“
„Laßt den Feind herannahen, laßt ihn ſich aus⸗ ſchiffen, laßt ihn ſeine Leitern aufpflanzen.“
„Aber wann wird man feuern?“
„Wann ich es befehle; geht ein einziger Schuß aus unſeren Reihen, ehe ich commandire, los, ſo laſſe ich dentenigen, welcher gefeuert hat, ſo wahr als ich Commandant bin, erſchießen.“
„Ah! Teufel.“
„Der Bürgerkrieg iſt zweimal Krieg; es liegt alſo Alles daran, daß der Bürgerkrieg nicht wie eine Jagd⸗ partie betrieben wird. Laßt die Herren Bordeleſen lachen, lacht ſelbſt, wenn es Euch Freude macht, aber erſt, wann ich ſage, man möge lachen.“
Der Lieutenant entfernte ſich und überbrachte die Befehle von Canolles den anderen Officieren, welche einander erſtaunt anſchauten. Es lagen zwei Men⸗ ſchen in dem Gouverneur: der höfliche Edelmann, der unbeugſame Commandant.
Canolles kehrte zum Abendbrod zu Nanon zurück; nur war dieſes Abendbrod um zwei Stunden vorge⸗ rückt, denn Canolles hatte beſchloſſen, den Wall von Sonnenuntergang bis zur Morgendämmerung nicht zu verlaſſen. Er fand Nanon in einer umfangreichen Correſpondenz blätternd.
„Ihr könnt Euch kühn vertheidigen, lieber Ca⸗ nolles,“ ſagte ſie zu ihm;„denn Ihr werdet nicht lange auf Unterſtützung zu warten haben: der König kommt. Herr de La Meilleraye bringt eine Armee und Herr von Epernon erſcheint mit fünfzehntauſend Mann.“
„Mittlerweile vergehen aber acht Tage, zehn Tage, Nanon,“ entgegnete Canolles lächelnd;„die Inſel Saint⸗George iſt nicht uneinnehmbar.“
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