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Der Tag verging ohne ein anderes Ereigniß, als die verſchiedenen Entwickelungen des innern Dramas, das im Herzen von jedem der zwei jungen Leute ſpielte. Die von Canolles abgeſandten Läufer kamen einer nach dem andern zurück. Keiner brachte eine beſtimmte Nachricht; es herrſchte nur große Aufregung in Bordeaur, und offenbar bereitete ſich daſelbft irgend Etwas vor.
Frau von Cambes hatte wirklich bei ihrer Rück⸗ kehr in die Stadt, die einzelnen Umſtände ihrer Unter⸗ redung in den geheimſten Falten ihres Herzens ver⸗ bergend, Lenet den Erfolg mitgetheilt. Die Bordeleſen verlangten mit lauter Stimme, man ſollte ſich der In⸗ ſel Saint⸗George bemächtigen. Das Volk erbot ſich in Maſſe, an der Expedition Theil zu nehmen. Die Häupter hielten dasſelbe nur unter dem Vorwande zurück, es fehle noch an einem Kriegsmanne, um die Expedi⸗ tion zu leiten, und an regelmäßigen Soldaten, welche dieſelbe unterſtützen könnten. Lenet benützte dieſen Augen⸗ blick, um den Namen der Herzoge durchgleiten zu laſ⸗ ſen und ihr Heer anzubieten: dieſe Eröffnung wurde mit der größten Begeiſterung aufgenommen, und ſelbſt die⸗ jenigen, welche am Tage zuvor dafür geſtimmt hatten, daß man ihnen die Thore verſchließe, riefen ſie nun mit gewaltigem Geſchrei herbei.
Lenet überbrachte eiligſt dieſe gute Nachricht der Prinzeſſin, welche ſogleich ihren Rath verſammelte.
Claire ſchützte Müdigkeit vor, weil ſie an keiner Entſchließung gegen Canolles Theil zu nehmen genö⸗ thigt ſein wollte, und zog ſich in ihr Zimmer zurück, um nach Belieben weinen zu können..
Von dieſem Zimmer aus hörte ſie das Geſchrei und die Drohungen des Volkes. Alles dieſes Geſchrei, alle dieſe Drohungen waren gegen Canolles gerichtet.
Bald erſcholl die Trommel; die Compagnien ver⸗ ſammelten ſich, die Juraten ließen das Volk bewaffnen, welches Piken und Büchſen verlangte; man zog die


