Teil eines Werkes 
Der Frauenkrieg : 4.-6. Bändchen (1846)
Einzelbild herunterladen

196

Kanonen aus dem Arſenal, man theilte Pulver aus, und zweihundert Schiffe hielten ſich bereit, mit Hülfe der Nachtfluth die Garonne hinaufzufahren, während dreitauſend Mann, am linken Ufer marſchirend, zu Land angreifen würden.

Die Seearmee ſollte von d'Eſpagnet, Rathim Par⸗ lament, einem braven und verſtändigen Mann, und die Landarmee von Herrn von Larochefoucault befehligt werden, welcher ſo eben mit beinahe zweitauſend Edel⸗

leuten in die Stadt eingezogen war. Der Herzog von

Bouillon ſollte erſt zwei Tage nachher mit zweitauſend weiteren Streitern eintreffen. Der Herzog von Laroche⸗ foucault betrieb den Angriff ſo ſehr als er konnte, damit ſein College ſich nicht dabei befände.

XVI.

Zwei Tage, nachdem Frau von Cambes unter dem Gewande eines Parlamentärs auf der Inſel Saint⸗ George erſchienen war, meldete man Canolles, welcher auf den Wällen ſeine Runde machte, ein Bote mit ei⸗ nem Briefe verlange ihn zu ſprechen..

Der Bote wurde ſogleich eingeführt und übergab Canolles ſeine Depeche. 3

Dieſe Depeche hatte ſichtbar nichts Officielles; es war ein kleiner Brief, mehr lang als breit, geſchrie⸗ ben mit einer feinen, leichten, zitternden Handſchrift auf bläuliches, glattes, wohlriechendes Papier.

Canolles fühlte ſchon bei dem Anblick des Papiers ſein Herz unwillkürlich ſchlagen.

Wer hat Dir dieſen Brief gegeben? fragte er.

Ein Mann von fuünfundfünfzig bis ſechzig Jahren.