Teil eines Werkes 
Der Frauenkrieg : 4.-6. Bändchen (1846)
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um ſeinen Herrn zu bekriegen, als ein treuer, dem Ocean ſeinen Tribut überbringender Sklave zu ſein ſcheint, ſondern die langſame, peinliche Arbeit, die ſich gegen ſie in dem Geiſte ihres Geliebten bewerk⸗ ſtelligte; fie erblickte in der braunen, auf dem Steine ſich abzeichnenden Geſtalt, in dem unbeweglichen, vor einer Leuchtpfanne gekauerten Schatten das lebendige Geſpenſt ihres vergangenen Glückes; ſie, die einſt ſo Energiſche, ſo Stolze, ſo Gewandte, hatte nun ihre ganze Gewandtheit, ihren ganzen Stoilz, ibre ganze Energie verloren; man hätte glauben ſollen, ihre durch die Empfindung ihres Unglücks angeſpannten Sinne erlangten das doppelte Maß ihrer Schärfe; ſie fühlte die Liebe im Grunde des Herzens ihres Geliebten kei⸗ men, wie Gott, ſich auf das unermeßliche Himmels⸗ gewölbe neigend, den Grashalm in den Eingeweiden der Erde keimen fühlt... 1

Der Tag brach an; Canolles kehrte jetzt erſt in ſein Zimmer zurück; Nanon war wieder in das ihrige gegangen, und er wußte alſo nicht, daß ſie die Nacht hindurch gewacht hatte; er kleidete ſich nun ſorgfältig an, verſammelte abermals die Garniſon, beſuchte bei Tag die verſchiedenen Batterien und beſonders dieje⸗ nige, welche das linke Ufer der Garonne beherrſchte, ließ den kleinen Hafen durch Ketten ſchließen, richtete mit Falkonetten und Espingolen beladene Scha⸗ luppen, ließ ſeine Mannſchaft die Revue paſſiren, be⸗ lebte fie mit ſeinem ſo farbenreichen, ſo hochherzigen nhrrien und konnte ſomit erſt gegen zehn Uhr zurück⸗ eehren.

Nanon erwartete ihn ein Lächeln auf den Lippen: es war nicht mehr die ſtolze, gebieteriſche Nanon, deren Launen ſelbſt Herrn von Epernon zittern machten; es war eine ſchüchtern Liebende, eine furchtſame Sklavin, die nicht einmal mehr darauf Anſpruch machte, daß man ſie liebte, ſondern nur verlangte, daß man ihr zu

lieben erlaubte.