Teil eines Werkes 
Der Frauenkrieg : 4.-6. Bändchen (1846)
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Während aber ſeine Augen maſchinenmäßig der Bewegung der Karſte und Hacken folgten, verweilte ſein Geiſt, den materiellen, in der Ausführung begrif⸗ fenen Dingen entriſſen, ganz und gar nicht allein bei den Ereigniſſen des Tages, ſondern auch bei allen den ſeltſamen Abenteuern, deren Held er ſeit dem Tage geweſen war, wo er Frau von Cambes zum erſten Male geſehen hatte. Doch ſeltſamer Weiſe ging ſein Geiſt nicht darüber hinaus; es kam ihm vor, als hätte er erſt von dieſer Stunde zu leben angefangen; als hätte er bis dahin in einer andern Welt mit niedri⸗ geren Inſtinkten, mit unvollſtändigen Empfindungen gelebt. Von dieſer Stunde war in ſeinem Leben ein Licht, das Allem einen neuen Anblick verlieh, und in dieſem neuen Tage wurde Nanon, die arme Nanon unbarmherzig einer andern Liebe geopfert, einer Liebe, heftig von ihrer Entſtehung an, wie alle ſolche Leiden⸗ ſchaften, die ſich des ganzen Lebens bemächtigen, in welches fie eingetreten ſind.

Nach ſchmerzhaften Betrachtungen, vermiſcht mit himmliſchem Entzücken bei dem Gedanken, daß er von Frau von Cambes gellebt ſei, geſtand ſich Canolles, nur die Pflicht allein ſchreibe ihm vor, ein Mann von Ehre zu ſein, und die Freundſchaft, welche er für Na⸗ non hege, lege kein Gewicht in die Wagſchale bei ſei⸗ ner Entſchließung.

Arme Nanon! Canolles nannte ſein Gefühl für ſie Freundſchaft. Die Freundſchaft kommt aber in der Liebe der Gleichgültigkeit ſehr nahe.

Nanon wachte ebenfalls, denn ſie hatte ſich nicht entſchließen können, zu Bette zu gehen; am Fenſter ſtehend, in einen Nachtmantel gehüllt, um nicht ge⸗ ſehen zu werden, verfolgte fie nicht den traurigen, ver⸗ ſchleierten Mond, wie er durch die Wolken hinglitt, nicht die anmuthig von dem Nachtwinde gewiegten hohen Pappelbäume, nicht die majeſtätiſche Garonne, welcher eher ein rebelliſcher Vaſall, der ſich erhebt⸗