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kann jeden Augenblick angegriffen werden, und will meine Runde machen.“
Zitternd vor Freude kleidete ſich Nanon wie ihr Geliebter es ihr ſagte, und folgte ihm.
Canolles war ein wahrer Kapitän. Beinabe als Kind in den Dienſt eingetreten, hatte er ein wirkliches Studium in ſeinem rauhen Gewerbe gemacht. Er vi⸗ fitirte auch die Feſtung nicht allein als Commandant, ſondern ebenſo als Ingenieur. Die Officiere, die ihn als Günſtling hatten ankommen ſehen und es mit ei⸗ nem Parade⸗Gouverneur zu thun zu haben glaubten, wurden einer nach dem andern von ihm über alle Vertheidigungs⸗ und Angriffsmittel befragt. Sie ſahen ſich genöthigt, in dem frivolen jungen Manne einen
erfahrenen Kapitän anzuerkennen; die Aelteſten ſpracen
voll Achtung mit ihm. Das Einzige, was ſie Ca⸗ nolles vorwerfen konnten, war die Weichheit ſeiner Stimme, wenn er Befehle gab, und ſeine außerordent⸗ liche Höflichkeit, wenn er fragte. Sie befürchteten, dieſe Höflichkeit könnte eine Maske der Schwäche ſein. Da jedoch Alle die dräuende Gefahr fühlten, ſo wur⸗ den die Befehle des Gouverneur mit einer pünktlichen Schnelligkeit ausgeführt, welche dem Chef dieſelbe An⸗ ſicht von ſeinen Soldaten gab, die ſie von ihm gefaßt hatten. Eine Compagnie Pionniere war im Verlaufe des Tags eingetroffen. Canolles ertheilte Befehl zu Arbeiten, welche ſogleich angefangen wurden. Ver⸗ gebens verſuchte es Nanon, ihn in das Fort zurück⸗ zuführen, um ihm die Anſtrengung einer auf dieſe Art zugebrachten Nacht zu erſparen; Canolles ſetzte ſeine Runde fort und verabſchiedete auf eine ſanfte Weiſe Nanon, indem er von ihr verlangte, daß ſie nach Hauſe kehre. Nachdem er ſodann noch drei bis vier Kundſchafter abgeſchickt hatte, welche ihm von dem Lieutenant als die Geſcheiteſten im Dienſte empfohlen wurden, legte er ſich auf einen Steinblock, um die Arbeiten zu beauffichtigen.


