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Dieſe Hand, auf welche der Baron glühende Blicke
heftete, dieſe feine, fleiſchige, weiße Hand war in der That aus dem Bette gefallen und zitterte bei jedem Worte des jungen Mannes. Die Vicomteſſe, ſelbſt ge⸗ blendet durch die Electricität der Liebe, deren Wirkun⸗ gen ſie in dem kleinen Wirthshauſe von Jaulnay em⸗ pfunden hatte, erinnerte ſich nicht, daß ſie dieſe kleine Hand, welche Canolles einen ſo glücklichen Verglei⸗ chungspunkt geliefert hatte, zurückziehen ſollte; ſie ver⸗ gaß es alſo, und der junge Officier ſank auf ein Knie und drückte ſeinen Mund mit wollüſtiger Schüchternheit auf die Hand, welche bei der Berührung ſeiner Lippen i zurünri als ob ſie ein glühendes Eiſen gebrannt ätte.
„Ich danke, Herr von Canolles,“ ſprach die junge Frau,„ich danke aus dem Grunde meines Herzens für das, was Ihr für mich gethan habt; glaubt, daß ich es nie vergeſſen werde. Aber verdoppelt den Werth des Dienſtes, den Ihr mir leiſtet, dadurch, daß Ihr meine Lage in Betracht zieht und Euch entfernt. Müſ⸗ ſen wir uns nicht verlaſſen, da Euere Aufgabe voll⸗ bracht iſt?“
Dieſes uns mit einem ſo zarten Tone ausgeſpro⸗ chen, daß darin gleichſam ein Anklang von Bedauern zu liegen ſchien, machte beinahe ſchmerzhaft die ge⸗ heimſten Faſern des Herzens von Canolles vibriren. Das Gefühl des Schmerzes findet ſich faſt immer im Grunde großer Freuden.
„Ich werde gehorchen,“ ſprach der Baron.„Nur bemerke ich Euch, nicht um ungehorſam zu ſein, ſon⸗ dern um Euch vielleicht einen Gewiſſensbiß zu erſparen, daß ich, Euch gehorchend, verloren bin. In dem Au⸗ genblick, wo ich meinen Fehler geſtehe und nicht mehr das Anſehen habe, als wäre ich der Bethörte Euerer Liſt, werde ich das Opfer meiner Gefälligkeit. Man
erklärt mich zum Verräther, man kerkert mich ein...


