Teil eines Werkes 
Der Frauenkrieg : 4.-6. Bändchen (1846)
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ſchaffen, was in dieſer Minute zwiſchen dem Ba⸗ ron von Canolles und dem Vicomte oder der Vicom⸗ teſſe von Cambes vorgeht.

Was ſprecht Ihr denn da, mein Herr? Seid Ihr verrückt?

Nein, Madame, ich ſage nur, was ich geſehen habe, ich erzähle nur, was ich gehört habe.

Wenn Ihr geſehen, wenn Ihr gehört habt, was Ihr ſagt, ſo muß Eure Sendung zu Ende ſein.

Ihr glaubt, Madame? Ich ſoll alſo nach Paris zurückkehren und der Königin geſtehen, daß ich, um einer Frau nicht zu mißfallen, die ich liebte(ich nenne Niemand, Madame, waffnet alſo Eure Augen nicht mit Zorn), ihre Befehle verletzt, die Flucht ihrer Fein⸗ din geſtattet, das, was ich geſehen, unbeachtet gelaſ⸗ ſen, die Sache meines Königs verrathen habe?

Die Vicomteſſe ſchien bewegt und ſchaute den Ba⸗ ron mit beinahe zärtlichem Mitleid an.

Habt Ihr nicht die allerbeſte Entſchuldigung, ſagte ſie,die Unmöglichkeit? Konntet Ihr allein die ſtarke Escorte der Frau Prinzeſſin feſtnehmen? Hatte man Euch den Befehl gegeben, allein fünfzig Edelleute zu bekämpfen?

Ich war nicht allein, Madame, ſprach Canolles den Kopf ſchüttelnd;ich hatte und habe noch dort in dem Gehölze, fünfhundert Schritte von uns, zweihun⸗ dert Soldaten, die ich mit einem einzigen Tone dieſer

Pfeife verſammeln und zu mir rufen kann; es wäre

mir alſo leicht geweſen, die Frau Prinzeſſin feſtzuneh⸗ men; denn dieſe hätte im Gegentheil nicht Widerſtand leiſten können. Und dann, wäre mein Geleite auch ſchwächer geweſen als das ihrige, indeß daſſelbe viermal ſtärker iſt, ſo hätte ich immerhin kämpfen, immerhin kämpfend mich tödten laſſen können; es wäre mir dies ſo leicht geweſen, fügte der junge Mann mit einer tiefen Verbeugung bei,als es mir ſüß ſein würde, dieſe Hand zu küſſen, wenn ich es wagte.