Teil eines Werkes 
Der Frauenkrieg : 4.-6. Bändchen (1846)
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Euch allein, antwortete Canolles mit einer Ver⸗ beugung tiefer als jede, welche er bis dahin gemacht hatte.

Der Blick der Prinzeſſin, welcher ſtufenweiſe von der Würde zur Bitte, von der Bitte zur Unruhe überge⸗ gangen war, heftete ſich dießmal auf Canolles mit der Starrheit des Schreckens.

Was liegt in dieſem Alleinſein mit mir, das Euch ſo ſehr zu ängſtigen vermag, Madame? ſprach Ca⸗ nolles.Seid Ihr nicht Prinzeſſin und bin ich nicht Edelmann?

Ja, Ihr habt Recht, mein Herr, und ich habe Unrecht, daß ich fürchte. Ja, obgleich es das erſte Mal

daß mir das Vergnügen zu Theil wird, Euch zu ſehen, ſo iſt doch das Gerücht von Euerer Artigkeit und Rechtſchaffenheit bis zu mir gedrungen. Geht, meine Damen, holt den Herrn Herzog von Enghien und kommt mit ihm zurück.

Die zwei Frauen verließen den Bettgang, ſchritten nach der Thüre, wandten ſich noch einmal um, um zu ſehen, ob der Befehl ernſtlich gemeint wäre, und entfernten ſich auf ein Zeichen ihrer Gebieterin oder wenigſtens derjenigen, welche ihren Platz einnahm, aus dem Zimmer.

Canolles folgte ihnen mit dem Blicke, bis ſie die Thüre zugemacht hatten. Dann wandte er ſeine von Pende funkelnden Augen auf die falſche Prinzeſſin zurück.

Sprecht, ſagte dieſe ſich aufſetzend und ihre Hände kreuzend,ſprecht, Herr von Canolles, warum verfolgt Ihr mich auf eine ſolche Weiſe?

Und bei dieſen Worten ſchaute ſie den jungen Officier an, nicht mit dem hochmüthigen Prinzeſſinnen⸗ Blick, den ſie verſucht hatte, und der ihr nicht gelun⸗ gen war, ſondern im Gegentheil mit einem ſo rühren⸗ den und bezeichnenden Ausdruck, daß alle die reizenden Einzelnheiten ihres erſten Zuſammentreffens, alle die