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der König, der Euch nöthigt, ſo zu verfahren, ſo kann dies nur der Fall ſein, weil der König als ein Kind noch nichts von den Pflichten eines Edelmannes weiß; eine Frau zwingen, ihr Geſicht zu zeigen, heißt ihr dieſelbe Beleidigung anthun, als ob man ihr die Maske abreißen würde.“
„Madame, es gibt ein Wort, vor dem ſich die Menſchen beugen, wenn es von Königen kommt, und — Könige, wenn es vom Schickſal kommt: es muß ein.“
„Wohl, da es ſein muß,“ ſprach die junge Frau, „da ich allein und ohne Schutz gegen den Befehl des Königs und die Forderungen ſeines Boten bin, ſo ge⸗ horche ich, mein Herr: ſchaut mich an.“
ienach entfernte eine ungeſtüme Bewegung den
Wall von Kopfkiſſen, Decken und Spitzen, welcher die ſchöne Belagerte verbarg, und in der improviſirten Breſche erſchien, mehr roth durch die Scham als durch die Entrüſtung, der blonde Kopf, den die Stimme vor⸗ her ſchon verrathen hatte. Mit dem raſchen Blicke ei⸗ nes Mannes, der daran gewöhnt iſt, ſich von, wenn nicht ähnlichen, doch wenigſtens gleich bedeutenden La⸗ gen Rechenſchaft zu geben, verſicherte ſch Canolles, daß es nicht der Zorn war, der dieſe durch ſammetene Wimpern verſchleierten Augen niedergeſchlagen hielt und die Hand zittern machte, welche an den ſchnee⸗ weißen Hals die Wogen eines flüchtigen Haares und den Batiſt duftender Tücher preßte.
Die falſche Prinzeſſin blieb einen Augenblick in dieſer Lage, der ſie gern etwas Drohendes verliehen hätte, wäͤhrend Canolles ſie, die Wohlgerüche einſchlür⸗ fend und mit beiden Händen die Schläge ſeines vor Freude ſpringenden Herzens zurückdrängend, anſchaute.
„Nun amein Herr,“ ſagte nach einigen Sekunden die ſchöne Verfolgte,„iſt die Demüthigung groß ge⸗
nug? Habt Ihr mich nach Muße betrachtet? Ja, nicht Der Frauenkrieg. II. 3


