Teil eines Werkes 
Der Frauenkrieg : 4.-6. Bändchen (1846)
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ich habe ſo eben ein gewaltiges Geräuſch in dem Schloſſe

gehört. Die in dem Bette liegende Perſon bebte, antwor⸗ tete aber nicht. Canolles forſchte nach irgend einem Zeichen, an welchem er zu eckennen vermöchte, ob er wirklich diejenige, welche er ſuchte, vor Augen hätte. Aber inmitten der Wogen von Spitzen und in der ſchwellenden, weichen Umgebung von Eiderdunen und Vorhängen war es ihm unmöglich, etwas Anderes zu erkennen, als die Form einer liegenden Perſon. Und, fuhr Canolles fort,und ich bin es mir ſelbſt ſchuldig, mich zu verſichern, ob dieſes Bett wirk⸗ lich immer noch dieſelbe Perſon enthält, mit der ich eine halbe Stunde zu ſprechen die Ehre gehabt habe. Diesmal war es nicht mehr ein einfaches Beben, ſondern eine wahre Bewegung des Schreckens. Dieſe Bewegung entging Canolles nicht und er erſchrack ſelbſt darüber. 8 Wenn ſie mich getäuſcht hat, dachte er,wenn

ſie, trotz ihres feierlichen Wortes, geflohen iſt, ſo ver⸗ laſſe ich das Schloß, ich ſteige zu Pferde, ich ſetze mich an die Spitze meiner zweihundert Mann und hole

meine Flüchtlinge ein, und ſollte ich Feuer an dreißig Dörfer legen, um meinen Weg zu beleuchten. Canolles wartete einen Augenblick, aber die lie⸗ gende Perſon antwortete nicht und drehte ſich auch nicht um. 5 Madame, ſprach Canolles endlich mit einer Un⸗ geduld, die er zu verbergen nicht mehr den Muth be⸗ ſaß,ich bitte Euere Hoheit, ſich zu erinnern, daß ich der Geſandte des Königs bin und daß ich im Namen des Königs die Ehre verlange, ihr Geſicht zu ſehen. Ohl das iſt eine unerträgliche Inquifition! ſagte nun eine zitternde Stimme, deren Klang den jungen Officier vor Freude beben machte, denn er er⸗ kannte eine Stimme, welche Niemand nachzuahmen im Stande war.Iſt es, wie Ihr ſagt, mein Herr⸗