Teil eines Werkes 
Der Frauenkrieg : 4.-6. Bändchen (1846)
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den und ſchritt majeſtätiſch über die Thürſchwelle zwi⸗ ſchen zwei Schildwachen durch, welche während dieſer Scene zitterten und bei der Verkündigung der Ankunft von zweihundert Mann ihren Poſten beinahe verlaſſen hätten, ſo wenig waren ſie geneigt, Märtyrer der Wrene in einem Winkel des Schloſſes Chantilly zu werden.

Nach zehn Minuten kehrte der Kapitän, gefolgt von zwei Wachen, unter unzähligen Bücklingen zurück, um Canolles abzuholen und zu der Prinzeſſin zu gelei⸗ ten, in deren Gemach derſelbe eingeführt wurde, ohne eine neue Zögerung erleiden zu müſſen.

Canolles erkannte das Zimmer, die verſchiedenen Geräthſchaften und ſogar den ſüßen Geruch, der ihn berauſcht hatte. Aber vergebens ſuchte er zwei Dinge: das Porträt der wahren Prinzeſſin, durch welches er, als er es bei ſeinem erſten Beſuche geſehen, das erſte Licht über die Liſt erhalten hactte, durch welche man ihn bethören wollte, und das Geſicht der falſchen Prin⸗ zeſſin, für die er ein ſo großes Opfer brachte. Das Porträt hatte man weggenommen, und in Folge einer etwas verſpäteten Vorſichtsmaßregel war das Geſicht der im Bette liegenden Perſon mit einer völlig hoch⸗ geborenen Ungezogenheit dem Bettgange zugewendet.

Zwei Frauen ſtanden in dieſem Bettgange.

Canolles wäre gern über dieſen Mangel an Rück⸗ ſicht weggegangen; aber da er befürchtete, eine neue Stellvertretung geſtatte der Frau von Cambes zu fliehen, wie die Prinzeſſin geflohen war, ſo ſträubten ſich ſeine Haare vor Schrecken auf ſeinem Haupte, und er wollte ſich ſogleich der Identität der Perſon verſichern, welche das Bett einnahm, wobei er die Gewalt zu Hülfe rief, die ihm ſeine Sendung verlieh.

Madame, ſprach er mit einer tiefen Verbeugung, nich bitte Eure Hoheit um Verzeihung, daß ich mich ſo vor ſie ſtelle, beſonders nachdem ich mein Wort ge⸗ geben habe, ich würde ihre Befehle erwarten; aber