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reitungen. Frau von Condèé wäre nicht aus Chantilly gekommen, oder wäre ſie auch hinausgekommen, ſo hätte ſie keine hundert Schritte gethan, ohne mit ihrem Ge⸗ leite von einer dreifachen Macht umzingelt zu ſein; ſo erfullte Canolles ſeine Sendung, ohne die geringſte Gefahr zu laufen; ſo zerſtörte er mit einem Schlage das Glück und die Zukunft des Hauſes Condé, und mit demſelben Schlage gründete er auf den Trümmern ſein Glück und ſeine Zukunft, wie dies einſt die Vitry und die Luynes und kürzlich erſt die Guitaut und die Mioſſens unter Umſtänden gethan hatten, welche für das Heil des Königreiches vielleicht noch minder wich⸗ tig waren.
Aber Canolles ſchlug die Augen nach dem Gemache auf, wo unter Vorhängen von rothem Sammet ſanft und ſchwermüthig der Schimmer der Nachtlampe ſicht⸗ bar war, welche bei der falſchen Prinzeſſin brannte, veren: geliebten Schatten er unbeſtimmt zu erblicken glaubte. Alle Entſchlüſſe der Ueberlegung, alle Berechnungen der Selbſtſucht verſchwanden bei dieſem ſanften Licht⸗ ſtrahle, wie bei dem erſten Schimmer des Tages alle Träume und alle Geſpenſter der Nacht verſchwinden.
„Mazarin,“ ſagte er zu ſich ſelbſt mit einem lei⸗ denſchaftlichen Erguſſe,„Mazarin iſt reich genug, um alle dieſe Prinzen und Piinzeſfinen zu verlieren, die ihm entkommen; aber ich bin nicht reich genug, um den Schatz zu verlieren, der von nun an mir gehört, und den ich, eiferſüchtig wie ein Drache, bewachen werde. Jetzt iſt ſie allein, in meiner Macht, von mir abhängig; zu jeder Stunde des Tags und der Nacht kann ich in ihr Gemach eintreten; ſie wird nicht fliehen, ohne es mir zu ſagen, denn ich habe ihr heiliges Wort erhalten. Was liegt mir daran, daß die Königin hin⸗ tergangen iſt und daß Mazarin wüthend wird? Man hat mich beauftragt, die Frau Prinzeſſin von Condé zu bewachen; ich bewache ſie. Man hätte mir nur ihr


