Teil eines Werkes 
Der Frauenkrieg : 1.-3. Bändchen (1845)
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Ihrer Majeſtät der Königin Regentin mir eine Audienz von Eurer Hoheit zu erbitten; Eure Hoheit hatte die Gnade, mir ſie zu bewilligen. Will ſie nun das Maß ihrer Gute voll machen, indem ſie mir durch ein Wort, durch ein Zeichen kundgibt, daß ſie meine Gegenwart zu bemerken die Gnade gehabt hat und mich zu hören bereit iſt?

Eine Bewegung hinter den Vorhängen und unter der Decke verkündigten Canolles, daß man ihm ant⸗ worten würde.

Es ließ ſich in der That eine beinahe erſtickte Stimme hören, ſo groß war die Aufregung derſelben.

Sprecht, mein Herr, ſagte dieſe Stimme,ich höre Euch. 4

Canolles nahm einen redneriſchen Ton an und begann:

Ihre Majeſtät die Königin ſchickt mich zu Euch, Madame, um Eurer Hoheit ihr Verlangen auszudrü⸗ cken, ihre freundſchaftliche Verbindung mit Euch fort⸗ zuſetzen.

Es ging eine ſichtbare Bewegung hinter dem Bette vor. Die Prinzeſſin unterbrach den Redner und ſagte mit bebender Stimme:

Mein Herr, ſprecht nicht mehr von der Freund⸗ ſchaft, welche zwiſchen Ihrer Majeſtät der Königin und dem Hauſe Condé herrſcht; es finden ſich Beweiſe vom Gegentheil in den Kerkern von Vincennes.

Ah! dachte Canolles,es ſcheint, ſie haben ſich das Wort gegeben und werden mir alle daſſelbe wie⸗ derholen.

Während dieſer Zeit bewerkſtelligte ſich eine neue Bewegung, welche der Bote in Folge ſeiner peinlichen Lage nicht wahrnahm, in dem Gange hinter dem Bett. Die Prinzeſſin fuhr fort:

Zur Sache, mein Herr, was wollt Ihr?

Ich will nichts, Madame, ſprach Canolles, ſich hoch aufrichtend.Ihre Majeſtät die Königin will, daß ich in dieſes Schloß dringe, daß ich, ſo unwürdig