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chen Lichte, das ſie verbreitete, konnte man jedoch über der Lampe ein großes Gemälde erſchauen, welches eine Frau in Lebensgröße, ein Kind an der Hand haltend, darſtellte. In der Vertiefung eines geräumigen Alko⸗ vens, in welchen kaum der matte, zitternde Schein drang, unterſchied man unter den ſchweren Vorhängen eines Bettes die Frau, auf welche der Name des Baron von Canolles eine ſo ſeltſame Wirkung hervor⸗ gebracht hatte.
Der Edelmann begann wieder die gewöhnlichen
Förmlichkeiten, d. h. er machte gegen das Bett die drei vorgeſchriebenen Schritte, verbeugte ſich und machte dann noch drei. Die zwei Kammerfrauen, welche ohne Zweifel Frau von Condé beim Zubettegehen gehol⸗ fen hatten, entfernten ſich, der Kammerdiener verſchloß die Thüre wieder, und Canolles befand ſich mit der Prinzeſſin allein.
Es war nicht an Canolles, das Geſpräch zu be⸗ ginnen. Er wartete alſo, daß man das Wort an ihn richten würde; da aber die Prinzeſſin ihrerſeits ein hartnäckiges Stillſchweigen beobachten zu wollen ſchien, ſo dachte der Officier, es wäre beſſer, über die Schick⸗ lichkeit wegzugehen, als länger in einer ſo peinlichen Lage zu verharren. Er verhehlte ſich indeſſen nicht, daß ver Sturm, welcher noch in dieſem verächtlichen Stillſchweigen zuſammengehalten würde, ohne Zweifel bei den erſten Worten losbrechen ſollte, und daß er einen zweiten Zorn einer Prinzeſſin, noch furchtbarer als der erſte, inſofern ſie jünger und intereſſanter war, auszuhalten haben würde.
Aber gerade das Uebermaß der Schmach, die man ihm anthat, machte den jungen Mann kuhn, und ſich zum dritten Male nach Maßgabe der Umſtände, d. h. ſteif und abgemeſſen verbeugend, was als ein Vor⸗ zeichen der ſchlimmen Laune betrachtet werden konnte, welches ſein gascogniſches Gehirn erhitzte, ſprach er:
„Madame, ich habe die Ehre gehabt, im Auftrage
SERZESS


