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ſtattet. Ich bitte ſie durch dieſen Brief, einen von meinen Officieren zu empfangel, der als Vermittler zwiſchen mir und ihr für die Botſchaften dienen mag, die ſie mir zukommen laſſen will. Dieſer Officier,““ fügte die Konigin bei,„werdet Ihr ſein.““
„Dies, Madame,“ fuhr der junge Mann ſtets mit denſelben ehrfurchtsvollen Kundgebungen fort,„dies ſind die eigenen Worte Ihrer Majeſtät.“
Die Prinzeſſin hatte dieſe Erzählung mit der Auf⸗ merkſamkeit angehört, die man anwendet, um in einer diplomatiſchen Note den Sinn zu erhaſchen, der oft aus einem Worte, ſo oder anders geſtellt, oder aus einem da oder dort angebrachten Komma entſpringt.
Nach kurzem Nachdenken kniff ſich die Prinzeſſin, ohne Zweifel in dieſer Botſchaft Alles das ſehend, was fie von Anfang darin zu ſehen befürchtet hatte, nämlich⸗ eine unmittelbare Späherei, in die Lippen und ſprach:
„Ihr werdet in Chantilly wohnen, mein Herr, wie es die Königin wünſcht, und möget überdies ſa⸗ gen, welche Gemächer Euch angenehmer und bequemer ſind, um Euren Auftrag zu erfüllen, und dieſe Gemä⸗ cher ſollen die Eurigen ſein.“
„Madame“ antwortete der Bote, leicht die Stirne faltend,„ich habe die Ehre gehabt, Euerer Hoheit viele Dinge zu erklären, welche nicht in meinen Inſtructionen lagen. Ich bin zwiſchen dem Zorne Euerer Hoheit und dem Willen der Königin als ein armer Offizier und beſonders als ein ſchlechter Höfling in einer gefähr⸗ lichen Stellung. Indeſſen ſcheint es mir, Euere Hoheit könnte einen Beweis von Großmuth geben, indem ſie davon abſtünde, einen Mann zu demüthigen, der nur ein leidendes Werkzeug iſt. Es iſt ärgerlich für mich, daß ich zu thun habe, was ich thue; aber die Königin hat befohlen, und es iſt an mir, gewiſſenhaft den Befeh⸗ len der Königin Folge zu leiſten. Ich hätte dieſes Geſchäft nicht verlangt, ich wäre glücklich geweſen⸗


