Teil eines Werkes 
Der Frauenkrieg : 1.-3. Bändchen (1845)
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und verbeugte ſich mit einer Ehrfurcht, welche nicht allein eine Folge der Etiquette⸗Vorſchriften war.

Die Frau Wittwe hatte ihre großen Augen mit der ſtolzen Miene einer in Zorn geratbenden Königin erweitert: ihr Stillſchweigen war von Stürmen ſchwan⸗ ger. Ihre mattweiße Hand, welche durch den drei⸗ fachen Aderlaß noch weißer geworden war, machte dem Deimn ein Zeichen, die Depeche zu übergeben, welche er rachte.

Der Bote ſtreckte ſeine Hand gegen die der Prin⸗ zeſſin aus und leate achtungsvoll in dieſelbe den Brief von Anna von Oeſterreich; dann wartete er, bis die Prinzeſſin die vier Zeilen, welche derſelbe enthielt, ge⸗ leſen hatte.

Sehr gut! murmelte die Prinzeſſin, das Papier mit einer Kaltblütigkeit ſchließend, welche zu groß war, um nicht geheuchelt zu ſein, ich begreife die Abſicht der Köniain, ſo ſehr ſie auch in höfliche Worte gehüllt iſt: ich bin Euere Gefangene

Madame! rief der Officier verlegen.

Eine leicht zu bewachende Gefangene, mein Herr, fuhr Frau von Condé fort,denn ich bin nicht im Stande, weit zu fliehen, und habe, wie Ihr bei Euerem Ein⸗ tritte ſehen konntet, einen ſtrengen Wächter, meinen Arzt, Herrn Bourdelot.

Als die Prinzeſſin dieſe Worte geſprochen hatte, heſtete ſie ihren Blick feſter auf ven Boten, deſſen Züge ihr ſo angenehm erſchienen, daß ſie den bittern Em⸗ pfang etwas milderte, den ſie einem ſolchen Befehle ſchuldig zu ſein glaubte..

Ich wußte, fuhr ſie fort,daß Herr von Ma⸗ zarin vieler unwürdigen Gewaltthaten fähig iſt, aber ich hielt ihn nicht für ſo furchtſam, daß er vor einer alten, kranken Frau, vor einer armen Wittwe und einem Kinde bange haben könnte, denn ich ſetze vor⸗ aus, daß der Befehl, deſſen Ueberbringer Ihr ſeid,