Teil eines Werkes 
Der Frauenkrieg : 1.-3. Bändchen (1845)
Einzelbild herunterladen

204

kräuſelnd, in der erſten Reihe; Ferguzon folgte ihm, beruhigt durch ſein Verſprechen, denn er kannte ſeinen Führer zu genau, um nicht überzeugt zu ſein, er würde ſich nicht in dieſen Bau gewagt haben, wenn der Bau nicht einen zweiten Ausgang hätte; Barrabas aber und ſeine drei Gefährten folgten dem Lieutenant und dem Kapitän, ohne an etwas Anderes zu denken, als an das vortreffliche Abendbrod, das ihrer harrte: es wa⸗ ren im Ganzen materielle Menſchen, welche mit völ⸗ liger Sorgloſigkeit den geiſtigen Theil der geſellſchaft⸗ lichen Beziehungen ihren Führern überließen, zu denen ſie ein vollkommenes Zutrauen hatten.

Alles ging nach der Vorausſicht des Rathes und wurde nach ſeinem Befehle vollzogen. Die Frau Prin⸗ zeſſin ſetzte ſich in den großen Empfangſaal unter einen Himmel, der ihr als Thron diente; ſie hatte an ihrer Seite ihren Sohn, welcher, wie wir dies beſchrieben haben, gekleidet war.

Die Prinzeſſin erhob ſich wirklich und nahm das Wort. Ihre Rede*) war hinreißend. Diesmal über⸗ ſchritt Clemence von Maillé Brézé jedes Maß und trat ganz offen gegen Mazarin in die Schranken; electriſirt durch die Erinnerung an die dem Adel Frankreichs in der Perſon der Prinzen widerfahrene Schmach und mehr noch vielleicht durch die Hoffnung auf die guten Bedingungen, die man dem Hofe im Falle des Gelin⸗ gens machen könnte, unterbrachen die Anweſenden wie⸗ derholt die Rede der Frau Prinzeſſin und ſchworen mit lauter Stimme, treu der Sache des erhabenen Hauſes Condé zu dienen und ihm beizuſtehen, damit es aus der Erniedrigung hervorgehen könnte, in welche Maza⸗ rin dasſelbe habe verſenken wollen.

*) Die Liebhaber von Neden können dieſe vollſtändig in den Memoiren von Pierre Lenet wiederfinden. Wir unſeres Theils ſind der Anſicht von Heinrich W., welcher behauptete. den langen Reden, welche er anzuhören genöthigt geweſen ſei, habe er ſeine grauen Haare zu danken. A. D.