Teil eines Werkes 
Der Frauenkrieg : 1.-3. Bändchen (1845)
Einzelbild herunterladen

32

ben dem Hute funkelte ein leuchtender Punkt, es war das Ende des Musketenlaufes.

Ein Gefühl unbeſtimmter Bangigkeit regte ſich in dem jungen Manne, der, immer mehr zurückweichend, die Scene beobachtete.

„Oh, oh!“ fragte er ſich,„bin ich es, oder ſind es die tauſend Louisd'or, die ich bei mir trage, woran man ſich vergreifen will? Aber nein, vorausgeſetzt Richon kommt an, und ich kann mich dieſen Abend auf den Weg begeben, ſo gehe ich nach Libourne und nicht nach Saint⸗André⸗de⸗Cubzac. Folglich komme ich nicht an dem Orte vorüber, wo dieſe Burſche ſich verborgen halten. Wenn nur mein alter Pompée da wäre, ich könnte ihn um Rath fragen. Aber wenn ich mich nicht täuſche, ja, meiner Treuel hier erſchei⸗ nen noch zwei Männer, ſie ſtoßen zu den Andern. Ei, ei, das ſieht ganz aus, wie ein Hinterhalt.“

Der junge Mann machte abermals einen Schritt rückwärts.

In dieſem Augenblick erſchienen wirklich zwei

Menſchen an demſelben Punkte des Weges. Aber diesmal hatte nur einer von ihnen die graue Kaſake an. Der Andere ritt auf einem mächtigen Rappen,

war in einen großen Mantel gehüllt, trug einen ver⸗

brämten Filzhut mit einer weißen Feder, und man ſah unter dem Mantel, den der Abendwind emporhob, eine reiche Stickerei glänzen, welche ſich über einen nacaratfarbigen Leibrock hinſchlängelte.

Man hätte glauben ſollen, der Tag verlängere ſich, um dieſe Scene zu beleuchten, denn die letzten Strahlen der Sonne entzündeten, ſich aus einem von den ſchwarzen Wolkenlagern löſend, welche ſich zuwei⸗

len auf eine ſo pittoreske Weiſe am Horizont aus⸗

ſtrecken, plötzlich tauſend Rubine an den Fenſterſchei⸗ ben eines hübſchen Hauſes, das etwa hundert Schritte von dem Fluſſe lag, und ohne dieſes, verloren zwiſchen

den Zweigen einer dichten Baumgruppe, von dem jun⸗