gnädiger Herr, denn man erwartet nur Eure Befehle, um aufzutragen?“
„Ihr wißt wohl, daß ich nicht allein zu Nacht ſpeiſe, und daß ich einen Gefährten erwarte,“ verſetzte dieſer.„Wenn Ihr ihn kommen ſeht, könnt Ihr Euer Mahl auftragen laſſen.“
„Ah, mein Herr,“ antwortete Meiſter Biscarros, „es iſt nicht um Euren Freund zu tadeln, denn es
ſteht ihm ſicherlich frei, zu kommen oder nicht zu kom⸗ men, aber ich halte es für eine ſchlechte Gewohnheit, auf ſich warten zu laſſen.“
„Es iſt nicht ſeine Gewohnheit, und ich ſtaune über dieſes Zögern.“
„Ich gehe weiter, ich ſtaune nicht nur, ſondern ich bekümmere mich darüber. Der Braten wird ver⸗ brannt ſein.“—
„Nehmt ihn vom Spieße.“
„Dann wird er kalt ſein.“
„Setzt einen andern an das Feuer.“
„Er wird nicht gar werden.“
„Dann, mein Freund, macht es, wie Ihr wollt,“ ſprach der junge Mann, der ſich trotz ſeiner ſchlimmen Laune eines Lächelns über die Verzweiflung des Wir⸗ thes nicht erwehren konnte.„Ich überlaſſe die Sache ganz Eurer erhabenen Weisheit.“
„Es gibt keine Weisheit, und wäre es die des Königs Salomo,“ verſetzte der Wirth,„welche ein gewärmtes Mittagsbrod eßbar machen könnte.“
Und auf dieſes Ariom, das Boileau vierzig Jahre
ſpäter in Verſe brachte, kehrte Biscarros, ſchmerzlich den Kopf ſchüttelnd, in ſein Haus zurück.
Der Jüngling, als wollte er ſeine Ungeduld hin⸗ tergehen, zog ſich in ſein Zimmer zurück, ließ einen Augenblick ſeine Stiefeln auf dem Boden klingen und ging bei dem entfernten Geräuſche von Pferdetritten,
das er gehört zu haben glaubte, abermals an das
Fenſter.


