III.
Eine halbe Stunde nach der ſo eben von uns er⸗ zählten Scene öffnete ſich daſſelbe Fenſter, das ſo raſch geſchloſſen worden war, vorſichtig wieder, und auf das Gefimſe dieſes Fenſters lehnte ſich, nachdem er zuvor aufmerkſam rechts und links geſchaut hatte, mit dem Ellenbogen ein junger Menſch von ſechzehn bis achtzehn Jahren, in ſchwarzer Kleidung mit bauſchigen Manchetten an der Handwurzel. Ein Hemd von fei⸗ nem geſticktem Batiſt trat ſtolz aus ſeinem Leibrocke hervor und fiel wellenförmig auf ſeine mit Bändern überladenen Beinkleider. Seine kleine, zierliche, flei⸗ ſchige Hand zerknitterte ungeduldig damlederne, auf den Nähten geſtickte Handſchuhe. Ein perlgrauer Filz⸗ hut, der ſich an ſeinem Ende unter der Krümmung einer herrlichen blauen Feder bog, beſchattete ſeine langen Haare mit den goldenen Reflexen, welche auf eine wundervolle Weiſe ein ovales Geſicht mit weißer Hautfarbe, mit roſigen Lippen und ſchwarzen Brauen umgaben. Aber dieſes anmuthige Geſammtweſen, das aus dem jungen Manne einen der reizendſten Cavaliere machen mußte, war für den Augenblick durch
einen Ausdruck übler Laune verdüſtert, welche ohne
Zweifel von einer vergeblichen Erwartung herrührte, denn der junge Mann befragte mit ſeinen verweinten Augen die in der Ferne bereits in den Abendnebel ge⸗ tauchte Landſtraße.
In ſeiner Ungeduld ſchlug er ſeine linke Hand mit den Handſchuhen. Bei dem Lärm, den er machte, ſchaute der Wirth, welcher ſeine Feldhühner vollends erayn hatte, empor, nahm ſeine Mütze ab und ragte: 3 „um welche Stunde werdet Ihr zu Nacht ſpeiſen,
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