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Der Austauſch der Papiere wurde nun auf eine redliche Weiſe vorgenommen, und jede der beiden Par⸗ teien prüfte ſtillſchweigend, nach Muße und mit Auf⸗ merkſamkeit das, welches man ihr zugeſtellt hatte.
„Nun, mein Herr,“ ſprach Cauvignac,„welchen Weg nehmt Ihr?“
„Ich muß auf das rechte Ufer des Fluſſes.“
„Und ich auf das linke,“ antwortete Cauvignac.
„Wie wollen wir das machen? Meine Leute ſind auf der Seite, wohin Ihr wollt, die Eurigen auf der, wohin ich will.“
„Nichts iſt leichter. Schickt meine Leute in Eurem Nachen zurück, ich ſchicke Euch die Eurigen in mei⸗ nem.
„Ihr habt einen raſchen, erfindungsreichen Geiſt.“
„Ich war zum Heerführer geboren.“
„Ihr ſeid es.“ 3
„Ah! das iſt wahr,“ ſprach der junge Mann,„ich hatte es vergeſſen.“
Der Fremde machte dem Fährmann ein Zeichen, ſeine Barke loszubinden und ihn auf das entgegenge⸗ ſetzte Ufer in der Richtung eines Gebüſches zu führen, das ſich bis an die Straße ausdehnte.
Der junge Mann erwartete vielleicht irgend einen Verrath und erhob ſich halb, um ihm mit den Augen zu folgen, die Hand ſtets an die Krappe ſeiner Pi⸗ ſtole gelegt und bereit, bei der geringſten verdächtigen Bewegung Feuer auf den Fremden zu geben. Aber dieſer ließ ſich nicht einmal herbei, das Mißtrauen, deſſen Gegenſtand er war, zu bemerken, begann, dem jungen Manne mit einer wirklichen oder geheu⸗ chelten Sorgloſigkeit den Rücken zuwendend, den Brief zu leſen, und war bald völlig in die Lecture ver⸗ ſunken.
„Erinnert Euch wohl des Augenblicks,“ ſprach Cauvignac,„es iſt morgen Abend um acht Uhr.“


