Teil eines Werkes 
Der Frauenkrieg : 1.-3. Bändchen (1845)
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„Die Perſon, welche ihn zu ſehen wünſcht, habe ſich aus größerer Vorſicht der Hülfe einer fremden Hand bedient.“

Der Fremde betrachtete Cauvignac mit einer ge⸗ wiſſen Bewunderung, veranlaßt durch ſo viel, mit einer ſolchen Geiſtesgegenwart vermiſchte, Unverſchämt⸗ heit.

Er wollte ſehen, ob es kein Mittel gäbe, dieſen kühnen Spieler einzuſchüchtern.

„Aber die Regierung, aber die Nachforſchungen,“ ſagte er,„denkt Ihr nicht zuweilen daran?“ 1

„Die Nachforſchungen?“ verſetzte der junge Mann lachend, ah, ja wohl! Herr von Epernon hat etwas ganz Anderes zu thun, als Nachforſchungen anzuſtel⸗ len; und dann habe ich Euch nicht geſagt, daß das, was ich that, geſchehen ſei, um mich in Gunſt bei ihm zu ſetzen? Er wäre alſo ſehr undankbar, wenn er mir dieſe nicht bewilligte.⸗

„Ich verſtehe nicht ganz,“ erwiederte der alte Edelmann ironiſch.„Wie Euch, der Ihr nach Eurem eigenen Geſtändniſſe die Partei des Prinzen ergriffen habt, iſt der ſeltſame Gedanke gekommen, Herrn von Epernon einen Dienſt zu leiſten?“

„Das iſt die einfachſte Sache der Welt: die Ein⸗ ſicht der Papiere, welche ich bei dem Einnehmer vor⸗ fand, hat mich von der Reinheit der Abſichten des Königs überzeugt. Seine Majeſtät iſt völlig gerecht⸗ fertigt in meinen Augen, und der Herr Herzog hat tauſendmal Recht gegen die unter ſeiner Verwaltung Stehenden. Hier iſt alſo die gute Sache und des⸗ halb habe ich für die gute Sache Partei ergriffen.“

„Das iſt ein Räuber, den ich hängen laſſen werde, wenn er je in meine Hände fällt,“ brummte der alte Edelmann und zog dabei an den krauſen Haaren ſei⸗ nes Schnurrbarts.

„Ihr ſagt?“ fragte Cauvignac, unter ſeiner Maske mit den Augen blinzelnd..