Teil eines Werkes 
Der Frauenkrieg : 1.-3. Bändchen (1845)
Einzelbild herunterladen

15

die ſich hinter ihr ausdehnte, und die Einſchiffung be⸗ ſchützen, die zu ihren Füßen vorging.

Der Fremde, ein großer, blonder, bleicher junger Mann, von geſcheitem Geſichte, obgleich ein dunkler Kreis ſeine blauen Augen umgab und ein Ausdruck eyniſchen Charakters ſeine Lippen umſchwebte, der Fremde, ſagen wir, unterſuchte ſorgfältig ſeine Piſto⸗ len, ſteckte ſeine Muskete in das Bandelier, ließ einen langen Raufdegen in der Scheide ſpielen und heftete ſeine Blicke aufmerkſam auf das entgegengeſetzte Ufer, einen weiten Wiesgrund, der von einem Fußpfade durch⸗ ſchnitten war, welcher vom ſteilen Ufer des Fluſſes ausging und in gerader Linie nach dem Dorfe Iſon zulief, deſſen gebräunten Glockenthurm und weißlichen Rauch man in dem vergoldeten Dunſte des Abends erſchaute.

Ebenfalls auf der andern Seite und ungefähr in der Entfernung von einer Viertelmeile erhob ſich rechts das kleine Fort Vayres.

Nun, ſprach der Fremde, welcher ungeduldig zu werden anfing, ſich an ſeine als Wachen aufgeſtellten Gefährten wendend,kommt er? Seht Ihr ihn rechts oder links, hinten oder vorne erſcheinen?

Ich glaube, ſprach einer von den Männern, ich ſehe eine ſchwarze Gruppe auf dem Wege von Iſon; aber ich bin meiner Sache noch nicht ganz gewiß, denn die Sonne blendet mich. Halt! ja, ja, ſo iſt es. Einer, zwei, drei, vier, fünf Männer; ein goldbordirter Hut und ein blauer Mantel. Es iſt der Bote, den wir erwarten; er hat ſich zu größerer Sicherheit ein Geleite mitgenommen.

Er hat Recht gehabt, antwortete phlegmatiſch der Fremde.Nimm mein Pferd, Ferguzon.

Derjenige, an welchen dieſer Befehl in einem halb freundſchaftlichen, halb gebietenden Tone gerichtet war, beeilte ſich zu gehorchen und ſtieg an der Böſchung hinab. Mittlerweile ſprang der Fremde vom Pferde,