Teil eines Werkes 
Der Frauenkrieg : 1.-3. Bändchen (1845)
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loren in dieſem Winkel der Erde, was die Küche be⸗ trifft ein Künſtler erſten Ranges. Wohnte er nun am Anfang oder in der Mitte, oder am Ende von einer der langen Häuſerzeilen, welche das Dorf bilde⸗ ten, ſo lief er Gefahr, mit einigen von den Sudel⸗ köchen vermiſcht zu werden, die er als ſeine Genoſſen zuzulaſſen genöthigt war, welche er aber nie als ſei⸗ nes Gleichen zu betrachten ſich entſchließen konnte. Wenn er ſich dagegen von denſelben trennte und ver⸗ einzelte, ſo zog er die Blicke der Kenner auf ſich, welche, ſo bald ſie nur einmal ſeine Küche gekoſtet hatten, ſich einander ſagten: Gehſt Du von Libourne nach Saint⸗André⸗de⸗Cubzac oder von Saint⸗An⸗ dré⸗de⸗Cubzac nach Libourne, ſo verſäume es nicht, zum Frühſtück, Mittageſſen, oder zum Abendbrod in dem Wirthshauſe zum Goldenen Kalb, fünfhundert Schritte von dem kleinen Dorfe Matifou, anzuhalten.

Und die Kenner hielten an, verließen das Haus zufrieden, ſchickten andere Kenner dahin, ſo daß der geſcheite Wirth allmählig ſein Glück machte, was ihn indeſſen eine ſeltene Erſcheinung nicht abhielt, ſeine Wirthſchaft auf derſelben gaſtronomiſchen Höhe zu erhalten, woraus ſich ſchließen läßt, daß Meiſter Biscarros, wie wir bereits geſagt haben, ein wahrer Künſtler war.

An einem der ſchönen Abende des Monat Mai, wo die Natur im Süden bereits erwacht, auch im Norden zu erwachen anfängt, entſtrömten dichterer Nauch und noch lieblichere Gerüche als gewöhnlich den Kaminen und Fenſtern des Gaſthofes zum Goldenen Kalbe, während auf der Schwelle des Hauſes Meiſter Biscarros in Perſon, weiß gekleidet nach dem Ge⸗ brauche der Opferprieſter aller Zeiten und aller Län⸗ der, mit ſeinen erhabenen Händen Feldhühner und

Wachteln rupfte, welche zu einem von den feinen Mah⸗ 8

len beſtimmt waren, die er ſo gut zu ordnen verſtand

und in Folge ſeiner Vorliebe für die Kunſt, welche er