Teil eines Werkes 
Das Braut-Kleid : drei Theile : Teil 1 (1845)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

dieſen Abend, wünſchte ich zu wiſſen, wie er geſtor⸗ ben iſt. Warum immer von Gegenſtänden ſprechen, wel⸗

che Ihnen Kummer machen, Fräulein Cäcilie? Sie

werden mich am Ende noch verabſcheuen.

Wenn Jenny ferne von Dir geſtorben wäre, Sa⸗ muel würdeſt Du nicht wünſchen, alle die näheren Um⸗ ſtände ihres Todes zu kennen, und würdeſt Du nicht dem ſehr dankbar ſein, der ſie Dir erzählen würde.

O, ja, mein Fräulein, es würde mir dieſes als ein großer Troſt erſcheinen.*

Du ſiehſt alſo, Samuel, daß es grauſam von Dir wäre, wenn Du das nicht thäteſt, was ich von Dir wünſche.

Ich weigere mich deſſelben auch nicht; ich liebte dieſen armen Heinrich ſo ſehr, und das war auch nicht mehr als billig; denn nebſt dem, daß er ſo liebenswürdig und freundlich war, hat er mir bei meiner Abreiſe von Guadelupe die dreitauſend Frank gegeben, wel⸗ che mir noch fehlten, um Jenny zu heirathen, ſo daß n es nur ihm verdanke, wenn ich jetzt glücklich

in.

Armer Heinrich! ſeufzte Cäcilie;er war ſo gut.

Als Herr Smith, der Arzt, mir ſagte, daß er krank ſei, habe ich einen Matroſen an meine Stelle geſetzt und ging ſogleich zu ihm hinab. Armer, jun⸗ ger Mann! Was iſt es mit uns! Am Abende hatte er ſich bloß unwohl gefühlt, während der Nacht war das Fieber gekommen, und in dem Augenblicke, in welchem ich zu ihm hinabkam, lag er ſchon im Delirium; allein in Mitte deſſelben erkannte er mich doch; aber ſein einziger Gedanke waren Sie, Fräulein Cäcilie, man erkannte es deutlich aus allen ſeinen Erinnerun⸗ gen, Sie waren es allein.

Mein Gott, mein Gott! rief Cäcilie, indem ſie Thränen wiederfand.

8