Teil eines Werkes 
Das Braut-Kleid : drei Theile : Teil 1 (1845)
Entstehung
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ſie es ab, indem ſie ſagte, daß ſie nichs zu ſich neh⸗

men wolle..

Mit der in dieſen Breiten gewöhnlichen Schnel⸗ ligkeit trat die Nacht ein, um acht Uhr war die Fin⸗ ſterniß vollkommen; um neun Uhr hatte ſich Jeder⸗ mann in ſeine Cajüte zurückgezogen; auf dem Ver⸗ decke war Niemand mehr, als der Bootsmann und der zweite Lieutenant. Die Brigg ſegelte mit ihrem großen Segel und mit den Marsſegeln.

Um neun ein halb Uhr erhob ſich der Mond hin⸗ ter den Azoren, und erhellte die Nacht, wie die Sonne einen unſerer nebeligen Tage des Nordens er⸗ hellt. Die Inſeln zeichneten ſich ganz beſtimmt am Horizonte ab.

Man nahte dem Orte, wo Heinrichs Leichnam in das Meer geworfen worden war, und Samuel, ſei⸗ nem Verſprechen getreu, ließ Cäcilien rufen.

Cäcilie kam ſogleich herauf; ſie hatte ihren Anzug geändert, ſie war ganz weiß gekleidet, und trug einen

Schleier, wie eine Braut.

Sie nahm einen Stuhl und ſetzte ſich neben den Bootsmann.

Samuel betrachtete ſie erſtaunt, dieſes weiße Kleid, dieſer überflüſſige Putz, auf welchen, wie man ſah, das Mädchen all' ihre Sorgfalt verwendet hatte, erſchienen dem guten Matroſen ſeltſam.

Wir nahen ihm alſo, Samuel? fragte Cäcilie.

Ja, mein Fräulein, antwortete Samuel, fun in einer halben Stunde werden wir dort

ein. Und Du wirſt den Platz wieder erkennen?,

Dafür ſtehe ich gut, wie wenn ich mit den Inſtrumenten des Capitäns die Höhe gezogen hätte.

Ich habe Dich noch nie um die Einzelnheiten ſeiner letzten Augenblicke gefragt, Samuel, aber jetzt,