um den gefaßten Entſchluß auszuführen, als ihr Hoch⸗ zeitskleid zu verkaufen.
Sie eilte zu dem Kaufmanne, welcher ihr ihre Deſſins abgekauft hatte und entfaltete vor ſeinen Augen dieſes Wunder von Arbeit, Geſchmack und von Ge⸗ duld, über welches ſie ſich faſt zwei Jahre hingebeugt hatte. Allein auf den erſten Blick erklärte ihr der Kaufmann, daß er ihr nicht ſo viel bezahlen könne, als die Sache werth ſei, und er begnügte ſich, ihr die erforderlichen Anweiſungen zu geben.
Noch am nämlichen Tage machte Cäcilie einige Gänge, allein alle waren vergebens.
Der folgende Tag war der Beerdigung der Mar⸗ guiſe geweiht. Da man glaubte, daß die Marquiſe,
oohne reich zu ſein, einiges Vermögen habe, ſo machte die Eigenthümerin die erforderlichen Vorſchüſſe und beſtritt alle Koſten des Gottesdienſtes und der Beer⸗ ddigung. Am nächſtfolgenden Tage machte ſich Cäcilie wwieder auf den Weg, und wir haben geſehen, wie das arme Kind, nachdem ſie andere fruchtloſe Verſuche ge⸗ maacht hatte, zu Fernanden kam, und wie der Prinz, von den Thränen des armen jungen Mädchens gerührt, und indem er Fernandens Wünſchen entſprechen wollte, das wunderbare Kleid kaufte und den Preis deſſelben noch am nämlichen Tage bezahlte. So wie Cäcilie ihre dreitauſend Frank erhalten hatte, rief ſie die Eigenthümerin in ihre Wohnung, er⸗ ſtattete ihr die gehabten Auslagen, bezahlte ihr den * laufenden Miethzins und erklärte ihr, daß ſie morgen abreiſen werde. 4 So dringend ſie auch die Eigenthümerin bat, ſo verweigerte Cäcilie doch hartnäckig, ihr zu ſagen, wo⸗ hin ſie gehe. 4 Am folgenden Tage verließ das arme Mädchen wirklich das Haus und nahm das Geheimniß mit ſich. Einige Zeit lang beſchäftigten ſich die, welche Cäcilie gekannt hatten, mit dieſem Verſchwinden und


