„Ja, ja, armer Heinrich,“ lispelte Cäcilie,„ja, Du haſt recht, ja, auf Wiederſehen, gewiß!“ 4
In dieſem Augenblicke hörte Cäcilie einen Schrei
in dem Zimmer der Marquiſe. Sie eilte hinaus und ſtieß im Corridor auf Mademoiſelle Aspaſia, welche bleich und ſprachlos auf ſie zulief.
„Was gibt es denn, was iſt begegnet?“ rief Cäcilie.
Als ſie bemerkte, daß ihr Aspaſia nicht antworte, ſtürzte ſie in das Zimmer ihrer Großmutter.
Der Kopf der Marquiſe war von dem Kiſſen her⸗ abgeſunken und lag auf dem Kopfpfühle, während ihr Arm am HBette herunterhing.
Die Hand der Marquiſe war kalt.
Cäcilie ergriff den Kopf ihrer Großmutter und legte ihn wieder auf das Kopfkiſſen. Sie küßte ſie wiederholt, ſie beſchwor ſie, ihr zu antworten; aber Alles war vergebens, die Marquiſe blieb ſtumm, wie ſie ta geblieben war. Die Marquiſe hatte aufgehört zu ſein.
Während Mademoiſelle Aspaſta auf einen Augen⸗ blick weggegangen war, hatte ſie der Schlag ge⸗
troffen.
Alles war ſchon zu Ende, als Cäcilie zurückgekehrt war und ſie geſehen hatte. 1
Es war ein Tod ohne Schmerz, ohne daß ſie eine Klage ausſtieß, ohne daß ſie eine Bewegung machte, ein Tod gerade wie ihr Leben war; denn ſie hatte eben ſo wenig an den Tod als an das Leben gedacht; ein Tod in dem Augenblicke, in welchem ihr das Leben zum erſtenmale, ſchwer, vielleicht bitter geworden wäre.
Es iſt eine eigene Erſcheinung, daß, wenn zwei große Schmerzen in demſelben Momente eine Perſon treffen, der eine die Seele gegen den andern verthei⸗ digt; einer dieſer beiden Schmerzen hätte Cäcilien niedergedrückt; gegen beide erhob ſie ſich ſtark.
Vielleicht hatte ihr der Tod Heinrichs irgend ei⸗


