Teil eines Werkes 
Das Braut-Kleid : drei Theile : Teil 1 (1845)
Entstehung
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gleich tröſtet und zuverſichtlich macht, wie das von der Erde zum Himmel erhebt, wie es die Schwäche des Menſchen, und die Größe Gottes erkennen läßt.

Ich glaube, ich würde ewig an dieſem Ufer ſitzen geblieben ſein, an welchem wir zuſammen gingen, und wo es mir ſchien, daß ich, wenn ich gehörig ſuchen würde, Ihre Fußſtapfen wieder finden müßte. Mein Herz dehnte ſich bei dem Anblicke, den ich vor Augen hatte, aus. Ich liebe Sie mit mehr, als mit menſch⸗ licher Liebe, ich liebe Sie, wie die Blumen bei der Wiederkehr des Frühlings die Sonne lieben, wie wäh⸗ rend der ſchönen Sommernächte das Meer das Fir⸗ mament liebt, wie zu jeder Zeit die Erde Gott liebt.

O, in dieſem Augenblicke, Cäcilie, und der Herr wird mir verzeihen, wenn ein gottloſer Hochmuth darin liegt, biete ich den Ereigniſſen, welche uns trennen, Trotz, wäre es auch der Tod. Wie ſich Alles in der Natur vermiſcht und vermengt, die Düfte mit den Düften, die Wolken mit den Wolken, das Leben mit dem Leben; warun ſollte ſich nicht auch der Tod mit dem Tode vermiſchen, und da jede Sache, indem ſie ſich miſcht, ſich befruchtet, warum ſollte der Tod ſich nicht auch mit dem Tode vermiſchen, welcher eine von den Bedingungen der Natur iſt, ein Hinderniß der Ewigkeit, ein Widerſtrahlen des Unendlichen, warum ſollte der Tod allein ſteril ſein? Gott hätte es nicht gethan, wenn es für ihn nichts als einer Vernichtungs⸗ maſchine bedurft hätte, und wenn er, indem er die Körper trennte, die Seele nicht hätte vereinigen wollen.

So hat alſo, Cäcilie, ſelbſt der Tod nicht die Macht, uns zu trennen; denn die Schrift ſagt: daß der Herr den Tod beſiegt habe.

Alſo auf Wiederſehen, Cäcilie, und kein Lebe⸗ wohl; auf Wiederſehen, vielleicht in dieſer Welt, ge⸗ wiß in der zukünftigen. 4