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dem Thürhüter und fragte ihn, aus welchem Bureau dieſer Brief komme; der Thürhüter antwortete ihr, daß er aus dem Secretariat ſei.
Cäcilie ging nun in das Sekretariat hinauf und verlangte den Employé zu ſprechen, welcher dieſen Brief geſchrieben hatte; da er noch nicht angekommen war, wartete ſie. Endlich kam er. Es war eine ſeltſame Sache; Cäcilie hatte, ſeitdem ſie wieder zu ſich gekomg men war, auch nicht eine Thräne vergoſſen.
Der Employeè erklärt ihr, daß dieſes Protokoll von Plymouth gekommen ſei, wo die ſchöne Anna nach ihrer Rückkehr von Guadeloupe Anker geworfen hatte, und daß es bloß von folgender Nachricht begleitet ge⸗ weſen ſei:
„Nachdem der Vicomte Carl Heinrich de Senno⸗
nes am Bord der ſchönen Anna am 28. März 1805 geſtorben iſt, und in dieſem Augenblick keinen be⸗ kannten Verwandten in England hat, ſo bitten wir die franzöſiſche Regierung, ſeinen Tod dem Fräulein Cäcilie de Marſilly, von welcher er, wie von ſeiner Verlobten, ſehr oft mit dem Lootſen Samuel ge⸗ ſprochen hat, bekannt zu machen.
„Aller Wahrſcheinlichkeit nach hält ſich Fräulein Cäcilie de Marſilly in Frankreich auf. Das Proto⸗ koll, welches ſeinen Tod feſtſtellt, legen wir bei.“
Cäcilie vernahm alle dieſe Einzelheiten mit ge⸗ brochenem Herzen, aber mit trockenen Augen; man hätte glauben ſollen, daß der Thränenquell vertrocknet ſei, oder vielmehr, daß die Thränen nach innen fließen.
Sie fragte nur noch, ob man ihr nicht ſagen könne,
woohin der Leichnam gebracht worden ſei.
Der Employé erwiederte ihr, daß, wenn ein Rei⸗ ſender oder ein Matroſe am Bord eines Fahrzeuges ſterbe, ſein Leichnam nicht mitgenommen, ſondern kurz und einfach in's Meer geworfen werde.—
Cäcilie erkannte nun, wie durch einen plötzlichen
Das Brautkleid. 16 3


