Teil eines Werkes 
Das Braut-Kleid : drei Theile : Teil 1 (1845)
Entstehung
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rich war todt, die Diamanten waren verkauft, die Quellen der unglücklichen Familie waren verſiegt, und es blieb ihr nichts, gar nichts, beſonders nach den Anſichten der Marquiſe, welche nicht wußte, daß ſie ſeit drei oder vier Monaten ſchon von der Arbeit Cä⸗ ciliens lebe. Mademoiſelle Aspaſia allein hatte es wahr⸗ genommen, denn ſchon zwei⸗ oder dreimal hatte ſie

gegen die Marquiſe den Wunſch geäußert, ſich auf das and zurückzuziehen, indem ihre ſchlechte Geſundheit jetzt der größten Ruhe bedürfe.

Der Schmerz der Marquiſe war alſo viel größer, als Cäcilie ſich ihn gedacht hatte; denn dieſe konnte nicht im Grunde des Herzens ihrer Großmutter die wahren Urſachen ihres Schmerzes leſen. 5

Es war ein Glück für das arme Mädchen; denn in dem Momente, in welchem ſie ihre Großmutter wan⸗ ken ſah, erlangte ſie ihre Kraft wieder, um ſie zu un⸗ terſtützen. Die Marquiſe war im Nachtgewande aus ihrem Bette geſtiegen, man brachte ſie in ihr Zimmer zurück und legte ſie zu Bette.

Indeſſen konnte Cäcilien dieſe kalte Ankündigung des Todes ihres Geliebten nicht genügen; ſie wollte nähere Umſtände wiſſen, ſie wollte wiſſen, wie ihr die⸗ ſer Brief zugekommen ſei, kurz, das arme Kind zwei⸗ felte, gleich jedem Unglücklichen, der von einem uner⸗ warteten Schlage getroffen wird, und bedurfte noch einer weiteren Ueberzeugung ihres Schmerzes. Der Brief war von dem Miniſterium der Marine geſie⸗ gelt, und daher kam Cäcilien ganz natürlich der Ge⸗

danke, ſich an das Marine⸗Miniſterium zu wenden, um die gewünſchten Aufklärungen zu erhalten. Sie überließ die Sorge für ihre Großmutter der Made⸗ moiſelle Aspaſia, warf einen Schleier über ihren Hut, nahm den verhängnißvollen Brief, ſteckte ſich in ihre Enveloppe, ging hinab und warf ſich in einen Fiaker, um ſich nach dem Marine⸗Miniſterium führen zu laſſen.

Als ſie an der Thüre ankam zeigte ſie ihren Brief